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Arbeitsgruppe gestartet: Schrumpft die 4. Liga auf zwei Staffeln?

kicker

Fast auf den Tag genau sieben Jahre nachdem die Arbeitsgruppe zur Reformierung der Regionalliga im November 2018 kläglich gescheitert war, nahm das neue 13-köpfige Gremium um den Vorsitzenden Michael Vesper (Ex-DOSB-Boss) am Montag in einer Videoschalte ihre Arbeit wieder auf. In einer konstituierenden Sitzung wurde die Marschrichtung für die kommende Zusammenarbeit beschlossen, die aus Sicht der Initiative "Aufstiegsreform 2025" endlich eine finale Antwort auf die Aufstiegsfrage aus der Regionalliga in die 3. Liga liefern wird.

"Wir haben die erste Sitzung wie geplant genutzt, um uns kennenzulernen und Spielregeln abzustimmen. Die Atmosphäre in der Gruppe ist konstruktiv, das ist mir wichtig", sagt der Vorsitzende der AG, Michael Vesper, und erklärt: "Wir haben einen breiten Konsens in der AG, dass es einer ergebnisoffenen und vertrauensvollen Diskussionskultur bedarf, um eine nachhaltige Lösung zu finden, die dann auch auf Akzeptanz der Entscheidungsgremien stößt. Die Notwendigkeit ist von allen Beteiligten anerkannt, wir haben nun viel zu tun. Vor uns liegt eine komplexe Aufgabe, bei der sich jeder so weit wie möglich von Individualinteressen lösen muss - im Sinne eines tragfähigen Kompromisses." Die nächsten Sitzungen sollen dann Ende November und Mitte Januar in Präsenz am DFB-Campus in Frankfurt stattfinden.

Vier, drei oder doch nur zwei Staffeln

Seit jeher werden bereits mehrere Lösungsansätze heiß diskutiert. Steffen Schneekloth, Präsident der KSV Holstein Kiel und DFL-Präsidiumsmitglied sowie DFB-Vorstand und -Ausschuss 3. Liga als Schnittstelle zur 2. Bundesliga, ging die Diskussion bislang allerdings nicht weit genug. Er sprach sich beim Eintritt seiner Störche in die Reform-Initiative vor einer Woche für eine deutliche Professionalisierung der 4. Liga aus. "Mir ist der formale Ansatz 'Meister steigen auf' zu kurz gesprungen. Denn auch in anderen Ligen steigt der Meister nicht automatisch auf, sondern kann sich nur über Ausscheidungs- oder Relegationsspiele für die nächsthöhere Spielklasse sportlich qualifizieren."

Stattdessen plädiert er für eine nachhaltige Förderung des Nachwuchses. "Die Initiative bietet die Möglichkeit, das pyramidale Leistungssystem im deutschen Fußball neu zu beleuchten und im Sinne einer optimalen und effizienten Nachwuchsförderung auch neu zu bewerten. Inhaltlich muss es das Ziel sein, den Übergangsbereich langfristig zu stärken." Dies bedürfe womöglich tiefgreifender struktureller Veränderungen im deutschen Ligasystem.

Zuständigkeit soll zurück zum DFB

Heißt: Statt der bislang fünf- oder oft diskutierten viergleisigen Regionalliga spricht sich der Kieler Rechtsanwalt und gelernte Bankkaufmann für drei oder gar nur zwei Staffeln aus, in denen sich junge Spieler die nötige Wettkampfhärte unter professionellen Bedingungen aneignen sollen. Die 3. Liga soll nach den Vorstellungen Schneekloths unberührt bleiben. "Sie ist leistungsstark, seit 17 Jahren etabliert, wirtschaftlich und markenrechtlich gestärkt. Zudem hat sie in einem durchgängigen Ligasystem eine maßgebliche Rolle."

Um die Professionalisierung voranzutreiben, sollen "infrastrukturelle, personelle, finanzielle und sportliche Mindeststandards" zur Voraussetzung werden. Die Zuständigkeiten sollen von den Landesverbänden zurück in die Hände des DFB fallen. Amateur- und Profisport wären klar getrennt.

Neben einigen ungeklärten Fragen etwa rund um die Schnittstelle zur 5. Liga gibt es auch einen großen Nachteil von Schneekloths Reform-Plänen: Kleinere Regionalliga- und Oberliga-Klubs könnten bei einer Professionalisierung auf der Strecke bleiben. Dessen ist sich der Holstein-Boss durchaus bewusst und will mit der Wiedereinführung der Deutschen Amateurmeisterschaft gegensteuern. "Ähnlich wie beim Finaltag der Amateure könnte man den Oberliga-Meistern eine große Bühne geben und diese gegeneinander antreten lassen. Der Sieger könnte zudem einen Startplatz in der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde bekommen."