Länderspielsieg am Trauertag
Mit zwei Toren hatte Marko Arnautovic großen Anteil daran, dass sich Österreichs Nationalmannschaft am Dienstag im zweiten Spiel der WM-Qualifikation in San Marino problemlos mit 4:0 durchsetzte, er selbst rückte mit seinem elften Doppelpack im Teamdress Rekordtorschütze Toni Polster bis auf drei Treffer nahe. Doch Lächeln kam dem 36-jährigen Wiener an diesem Abend keines über die Lippen.
"Nach dem, was wir heute in der Früh gehört haben interessiert mich dieses Spiel überhaupt nicht", sagte Arnautovic im Interview mit ServusTV mit versteinerter Miene. Seidem er am Vormittag von dem Amoklauf in Graz mit elf Toten und zahlreichen Verletzten gehört hatte, hätte er "nur Herzrasen" gehabt. "Ich wollte eigentlich gar nicht herkommen, ich tu' es, weil ich's machen muss", stellte der scheidende Inter-Profi klar. "Die Gedanken der ganzen Mannschaft sind in Graz."
Auf der Tribüne des Stadio Olimpico in Serravalle hatten auch Arnautovic' Ehefrau und Kinder seine beiden Treffer bejubelt. Er sei "überaus glücklich" über die Unterstützung seiner Familie vor Ort gewesen, beteuerte er. Doch auf der anderen Seite stand an diesem Tag für ihn genauso fest: "Es gibt nichts zu freuen."