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Arnolds Ansage: "Ich lasse mir meinen Platz nicht einfach wegnehmen"

kicker

Maximilian Arnold kommt direkt nach dem Training in den Wolfsburger Medienraum. Der 31-Jährige wirkt noch ein bisschen kräftiger als in den Vorjahren. Der Mann ist fit, keine Frage. Immer wieder nimmt er einen Schluck aus seiner Trinkflasche und beantwortet die Fragen, die sich vor dem Saisonstart stellen. Arnold spricht über …

… das Kapitänsamt: Der neue Trainer Paul Simonis wollte sich Zeit lassen, in der vergangenen Woche entschied er: Arnold bleibt der Kapitän. Darüber nachgedacht habe dieser in der Phase zwar schon mal, aber: "Ich habe ruhig geschlafen", betont Arnold. Und will nun in der neuen Saison noch mal klarer und direkter werden. "Ich will noch ein bisschen kritischer und einfordernder sein", betont der Spielführer, "ich will den Jungs direkt sagen, was ich erwarte."

Ansprachen an das Team hält Arnold dosiert, nicht inflationär. Mit seiner Erfahrung weiß er, wann er einzugreifen hat. Ohnehin ist dieses Amt für ihn keine One-Man-Show: "Auch wenn ich die Verantwortung trage, kann ich das nur zusammen mit den anderen stemmen."

„Ich hätte es mir anders gewünscht, aber es ist jetzt, wie es ist.“ (Maximilian Arnold geht mit auslaufendem Vertrag in die Saison)

… die Zukunft: Arnold geht beim VfL in seine 15. Saison - erstmals mit einem auslaufenden Vertrag. Ein Umstand, der ihn verwundert, daraus macht der 31-Jährige kein Geheimnis. Weiterführende Gespräche gab es bislang nämlich keine, und es sind auch noch keine anberaumt. "Ich hätte es mir anders gewünscht, aber es ist jetzt, wie es ist", erklärt Arnold, der dennoch entspannt bleibt. "Es ist jetzt nicht so, dass ich hier Trübsal blase, ich versuche, die Situation anzunehmen und so gut es geht auszublenden. Wenn ich mich voll und ganz auf den Fußball konzentriere, dann haben wir alle am meisten davon."

Doch wie verwundert ist er, dass die Bosse Peter Christiansen und Sebastian Schindzielorz bislang nicht das Gespräch mit ihm gesucht haben? "Im Fußball", antwortet Arnold, "kann mich nicht mehr viel überraschen." Trotzdem ist er überzeugt, dass es für ihn in Wolfsburg auch noch über den Sommer hinaus weitergehen wird.

Arnold und Vini: "Wir haben noch ein bisschen Arbeit vor uns"

… die Konkurrenz: Im vergangenen Sommer kam Salih Özcan aus Dortmund, nun Vinicius Souza aus Sheffield. Zwei Spieler, die eine Konkurrenz zu Arnold darstellen. Während Özcan schon im Winter das Weite suchte, weil es auf dem Platz keine Lösung mit ihm und Arnold gab, sollen es, so deutet es sich an, der neue Brasilianer und das Wolfsburger Urgestein gemeinsam hinbekommen. Wie läuft's in der Findungsphase mit dem 15-Millionen-Euro-Kollegen? "Wir haben noch ein bisschen Arbeit vor uns, aber das ist auch irgendwie normal. Es gibt Situationen, da passt die Abstimmung noch nicht perfekt. Dann muss ich vielleicht versuchen, ein bisschen schneller zu reagieren."

Wie wird die Rollenverteilung aussehen, wer spielt tiefer, wer höher in der Wolfsburger Doppelsechs? "Das ist nicht festgelegt, ich kann mir den Ball öfter mal holen und kann das Spiel machen. Wenn ich mal weiter vorne bin, sollte er mich absichern - und umgekehrt." Empfindet Arnold Transfers für seinen Wirkungsbereich als Misstrauen? "Nein, gar nicht. Für mich ist das so: Konkurrenz gehört dazu - aber ich sehe das als Ansporn. Ich lasse mir meinen Platz nicht einfach wegnehmen."

… das Saisonziel: Von den Ergebnissen und Leistungen her verlief die Wolfsburger Vorbereitung eher durchwachsen. Doch darauf gibt Arnold nicht viel. Oder wie er es ausdrückt: "Wenn wir alles gewonnen hätten, dann wäre jetzt Friede, Freude, Eierkuchen, aber das ist mir völlig egal." Ein Bauchgefühl habe er nicht, "ich freue mich einfach, wenn wir wieder um Punkte kämpfen können." Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) in Heidenheim geht's los.

Mit dem von den Bossen ausgegebenen Saisonziel Europa - geht der Kapitän da mit? "Ich finde es gut, dass wir immer nach dem Höchstmöglichen streben. Nichtsdestotrotz gehört viel dazu, dieses Ziel auch zu erreichen. Wir sind nicht der Favorit auf diese Plätze. Wenn wir arbeiten und auch als Team zusammenbleiben - auch dann, wenn wir vielleicht durch ein Tal müssen, dann können wir das große Ziel schaffen."

… den Kader: Nach der Verletzung von Denis Vavro soll noch ein Innenverteidiger kommen, zudem ein Rechtsverteidiger und ein Mittelstürmer. Und was wird aus Jonas Wind? Geht noch Mohammed Amoura zu Benfica Lissabon? "Für mich ist das kein No-Go", sagt Arnold. "Nicht falsch verstehen, aber so ist halt das Fußballgeschäft." Amoura, Topscorer der Vorsaison, habe "unbestritten große Qualitäten". Andere im Kader hätten "wieder andere Qualitäten und ich glaube, du musst für jede Situation auch ein anderes Puzzleteil finden. Ich glaube schon, dass der Verein, falls sich da was in Bewegung setzt, auch immer eine Option B hat."

Doch ist es nicht problematisch, dass sich der Kader so spät noch an entscheidenden Stellen verändert? "Von Vorteil wäre das nicht, so ehrlich muss man schon sein", erklärt Arnold. "Du trainierst mit den Jungs sechs, sieben Wochen zusammen in der Vorbereitung. Und wenn dann Jungs gehen, die eine tragende Rolle haben, muss man das auffangen. Anderseits: So ist das Geschäft."

Grundsätzlich stimme ihn das VfL-Aufgebot positiv: "Die Qualität ist da und ich glaube, wenn wir die richtig einsetzen, ist die Vorfreude mehr denn je einfach da. Wir legen viel Wert auf Details, was ich mag. Wir haben mehr Videostudium, mehr Einzelgespräche, was ich gut finde, weil du einfach mehr Feedback bekommst, was richtig und was falsch ist."

Enges Band zu den Fans: "Ich finde die Entwicklung super"

… die Fans: Es tut sich was beim stets belächelten VfL, für Wolfsburger Verhältnisse reisten schon in der vergangenen Saison immer mehr Fans zu Auswärtsspielen, unterstützen ihr Team in der Fremde, sorgen häufiger für gut gefüllte Gästeblöcke. "Ich finde die Entwicklung super", nimmt auch Arnold eine wachsende sichtbare Unterstützung wahr. Angefangen habe dies in der vergangenen Saison beim Gastspiel auf St. Pauli, als der gesperrte Anführer selbst im Auswärtsbereich war. "Wir müssen dieses Band mehr und mehr stärken. Ich bin der festen Überzeugung, dass es an diesem Standort nur gemeinsam geht."