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Baumgart: "Keiner hat es gesehen und daraus resultiert die Rote Karte"

kicker

Es war gewiss kein leichtes Spiel für Schiedsrichter Florian Badstübner in Augsburg. Harte Duelle, eine hohe Intensität und auch die ein oder andere knifflige Hand-Szene waren zu bewerten. Auf eine Strafstoßentscheidung verzichtete der 34-Jährige beim 1:1 jedoch, nicht aber auf einen Platzverweis. Den gab es in der 89. Minute für Derrick Köhn nach dessen Foul an Samuel Essende.

Nach einer Ecke wollte der Berliner einen hohen Ball mit sehr hohem Bein klären und traf dabei zunächst das Leder, dann aber streifte er auch das Gesicht und traf die linke Schulter des Augsburgers. Für Badstübner war das klar Rot, auch ohne VAR. Für Sportchef Horst Heldt eine "harte Entscheidung", wie er nach Abpfiff bei Sky sagte: "Er hält sich das Gesicht, aber der Fuß liegt auf der Schulter. Ich hätte mir gewünscht, dass er sich das anschaut", so Heldt und verwies darauf, dass "unser Spieler zuerst am Ball" war. "Absicht war es auf jeden Fall nicht."

Baumgart zweifelt nicht an Roter Karte

Ähnlich klang auch Rani Khedira, der nach Ansicht der TV-Bilder zwar zugab, dass "es sehr unglücklich aussah", zugleich aber darauf verwies, dass Köhn stand und den Ball klar spielte, während Essende in ihn reinlief. "Die Dynamik kommt vom Gegenspieler, er geht nicht in den Gegenspieler rein, er spielt klar den Ball", erläuterte der Mittelfeldmann, merkte aber auch, dass "er ihn natürlich oben trifft. Dann ist es wahrscheinlich laut Regelwerk eine Rote Karte - wahrscheinlich eine harte."

Ganz anders klang da wiederum Union-Coach Steffen Baumgart. "Das ist dann auch eine Rote Karte", sagte der Trainer ohne sich die Szene noch einmal anschauen zu wollen und ergänzte: "Damit müssen wir leben. Es war keine Absicht, trotzdem war das Bein ein bisschen zu hoch." Den 54-Jährigen fuchste aber vielmehr ein seiner Meinung nach zu Unrecht nicht geahndetes Foul in der Entstehung des Platzverweises.

Kritik am Schiedsrichter

Bei der Ecke kam es im Augsburger Strafraum abseits des Balles zu einem intensiven Gerangel zwischen Robin Fellhauer und Danilho Doekhi, der zu Boden ging. Badstübner ließ weiterlaufen. "Er kriegt den Ball nicht mehr, er ist im Zentrum und er wird gehalten", fasste Baumgart nochmal zusammen und stellte süffisant fest: "Ich bin mir relativ sicher, dass wir im Sommer alle gehört haben, dass so etwas geahndet wird. Ist es nicht, also stellt sich die Frage: Warum erklärt man uns das? Für mich ist es ein Ziehen und Halten, was unterbunden werden soll, es wurde nicht unterbunden, keiner hat es gesehen, daraus resultiert die Rote Karte und mein Spieler ist leider dann gesperrt."

Eine ganz andere Sicht hatte wenig überraschend FCA-Coach Manuel Baum, der zunächst davon sprach, dass für gewöhnlich "jeder seine Sicht der Dinge" habe und für ihn sei es eben kein Foul gewesen. Mitstreiter sah er dabei auch im Berliner Lager, wie er erläuterte: "Ich finde es immer einen spannenden Indikator, wenn man auf die anderen Union-Spieler schaut. Da ist keiner in dem Moment auf die Idee gekommen, irgendwas zu fordern. Für keinen Spieler war das ein Foul, nur für den, der hingefallen ist - er hat es halt mal versucht."