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Deutliche Töne: Toppmöller packt die Samthandschuhe ein

kicker

Die 2:3-Niederlage beim VfB Stuttgart ist noch keine 48 Stunden alt, als Dino Toppmöller am Donnerstag im Vorfeld des Auswärtsspiels bei Werder Bremen zur Pressekonferenz erscheint. Dass der 45-Jährige in Stuttgart "extrem sauer" gewesen sei, war deutlich zu vernehmen. Toppmöller schlug andere Töne an, als man es von ihm gewohnt ist. "Wenn du so ein billiges Gegentor bekommst, dann platzt es natürlich auch mal aus dir heraus", erklärte der Chefcoach und schickte direkt einen Gruß an die gesamte Mannschaft hinterher: "Am Ende geht es darum, dass jeder Einzelne seine Verantwortung, die er auf dem Feld hat, einfach auch übernimmt."

Sich selbst und sein Trainerteam nimmt er nicht außen vor. Es sei ein "Zusammenspiel" und es gäbe auch Dinge, die er und sein Staff "besser machen" müssten. "Es gibt aber auch Dinge, die die Jungs dann einfach auf dem Platz auch anders regeln müssen." Es wirkt ein wenig so, als würde Toppmöller jetzt auch in seiner öffentlichen Kommunikation berücksichtigen, was Vorstandssprecher Axel Hellmann vor wenigen Wochen in einem Zwischenfazit anmahnte: Es herrsche bei der Eintracht "ein bisschen zu viel Wohlfühloase".

Toppmöller verteidigt Theate

"Es geht nicht immer, dass man jeden mit Samthandschuhen anpackt", betonte Toppmöller und verteidigte damit das Verhalten von Arthur Theate. Der hatte in Stuttgart Torwart Kaua Santos auf dem Rasen zusammengefaltet, nachdem der Brasilianer kurz nach seinem Patzer, der zum 1:1 geführt hatte, erneut wackelte.

"Jeder Spieler von uns, der hier auf dem Feld steht für Eintracht Frankfurt, hat die Ambition, für einen Top-Verein in Deutschland und irgendwann vielleicht bei einem noch größeren Klub zu spielen. Wenn dann jemand als Führungsspieler vorneweggeht und einen zusammenstaucht, weil es nachweislich ein klarer Fehler war, dann gehört es dazu. Das ist Profisport, damit muss ich umgehen können. Ich muss auch Kritik aushalten von außerhalb, und dann muss ein Spieler das auch mal aushalten."

Um die nicht enden wollende Flut an Gegentoren zu stoppen - sechs sind es in den zwei Spielen des Jahres 2026, 36 insgesamt in der Liga, 53 wettbewerbsübergreifend -, scheint Bremen gerade recht zu kommen. Seit drei Spielen wartet Werder auf einen eigenen Treffer. Das spielt für Toppmöller aber keine Rolle. "Wir setzen den Fokus auf uns. Wir brauchen ein Erfolgserlebnis, das Leinen losgelassen werden. Dann ist auch der Kopf wieder lockerer und auch die Beine fühlen sich dann leichter an."

Larssons Krankenakte "nicht zu akzeptieren"

Personell kann Toppmöller auf drei Rückkehrer zählen: "Nathaniel Brown hat wieder trainiert, Can Uzun auch. Sie sind beide dementsprechend wieder im Kader." Gleiches gilt für Fares Chabi, der vom Afrika-Cup zurückgekehrt ist. Mit dem erkrankten Mario Götze und Younes Ebnoutalib kommen dafür zwei neue Ausfälle hinzu. Die Innenbandverletzung, die sich der Winter-Neuzugang in Stuttgart zuzog, trifft den Klub hart.

"Younes geht es beschissen. Er kommt hierhin, hat einen Traumstart, war gefühlt auch eine Art Hoffnungsträger für das Umfeld mit dieser Identifikation und der Art und Weise, wie er dann im ersten Spiel aufgetreten ist und ein Tor geschossen hat", hadert Toppmöller. "Das ist auch irgendwie so ein bisschen bezeichnend für die ganze Saison. Wir müssen es akzeptieren, dass es wieder einen Rückschlag gibt, wieder der berühmt-berüchtigte Stock zwischen die Beine."

Außerdem sitzt krankheitsbedingt auch Hugo Larsson nicht im Flieger Richtung Bremen. Zum wiederholten Mal fehlt der Schwede aus gesundheitlichen Gründen. "Das ist frustrierend für ihn und für uns und in der Häufigkeit auch nicht zu akzeptieren, weil es ein sehr guter Spieler ist, der uns dann in der Form jetzt zum wiederholten Mal nicht zur Verfügung steht", betont Toppmöller und kündigt Ursachenforschung an: "In erster Linie ist der Spieler natürlich in der Pflicht. Da müssen wir die Gründe herausfinden, weil das so nicht normal ist."