Seit sechs Jahren dominiert der FC Barcelona Spaniens Liga F. Aber es gab auch eine Zeit vor Putellas, Bonmati & Co. - und die gehörte Atletico Madrid. Dreimal hintereinander, von 2017 bis 2019, waren es die Colchoneras, die die Konkurrenz in den Schatten stellte. Seither haben aber nicht nur die Blaugrana die Rojiblancas wieder überholt, dahinter haben sich die Stadtrivalinnen von Real Madrid als klare Nummer zwei etabliert, während bei Atletico mit sieben verschiedenen Trainern in den sieben Spielzeiten seit dem letzten Meistertitel die Kontinuität verloren ging.
Vor einem Jahr ist nun Victor Martin angetreten, um diese wiederherzustellen und die Lücke zu den beiden spanischen Giganten zu schließen. "Wir wissen, wohin wir wollen und wie wir konkurrieren wollen", versprach der Trainer. Das erste Jahr war nicht frei von Rückschlägen. In der Champions-League-Qualifikation scheiterten die Madrileñas an Rosenborg, in der Liga belegten sie mit Respektabstand auf das Topduo den dritten Platz. Drei ihrer vier Niederlagen bezogen sie aber gegen die übermächtigen Teams von Barça und Real.
Im zweiten Jahr soll es verstärkt mit den Rückkehrerinnen Maca Portales und Alexia Fernandez, vor allem aber mit Teamstürmerin Amaiur Sarriegi und Chelsea-Leihgabe Júlia Bartel, die ursprünglich aus dem Barcelona-Nachwuchs stammt, noch besser laufen. Der Start in die Meisterschaft ist geglückt, selbst Real Madrid konnte bereits 2:1 geschlagen werden.
Luany trifft, Lola hält
Im zweiten Anlauf gelang mit einem knappen Erfolg über BK Häcken nach fünfjähriger Abwesenheit auch das Comeback in der Champions League. Es war die brasilianische Torjägerin Luany, die in der Nachspielzeit die Ruhe bewahrte und Atletico mit einem verwandelten Elfmeter in die Verlängerung schickte, in der dann der Aufstieg fixiert wurde. Die 22-jährige Stürmerin, die im Sozialprojekt "Daminhas da Bola" in Rio de Janeiro ausgebildet wurde, hatte im August bereits ihre Nervenstärke bewiesen, als sie im Finale der Copa America Brasiliens siegbringenden Penalty gegen Kolumbien verwertete. Mit ihr jubelte ihre Atletico-Sturmpartnerin Gio Garbelini.
Die Rojiblancas sind aber nicht nur im Angriff gut aufgestellt. Ihr Tor wird von einer echten Legende gehütet - von Lola Gallardo. Die 32-jährige Kapitänin, die schon bei den drei Meistertiteln die Nummer 1 war, ist mit weit über 200 Einsätzen Rekordspielerin des Klubs. In der Saison 2023/24 wurde sie als erste Atletico-Torfrau mit der Zamora-Trophäe ausgezeichnet, die der Torhüterin mit den wenigsten Gegentoren zusteht. 2024/25 war sie mit 15 "Clean Sheets" jene Torfrau, die am öftesten zu Null spielte. Seit ihrem einjährigen Lyon-Intermezzo in der Saison 2019/20 darf sie sich sogar Champions-League-Siegerin nennen.
Umso stolzer ist sie, auch mit ihrem Stammklub wieder im elitären Kreis vertreten zu sein: "Atletico Madrid ist in der Champions League, wo es auch hingehört, und ich hoffe, dass wir noch lange dort bleiben." Atleticos Rückkehr in Europas Beletage ist am Mittwoch um 21 Uhr LIVE! bei kicker mitzuverfolgen.