Das Ulmer Donaustadion hat in seiner 100-jährigen Geschichte schon einiges erlebt: Turnfeste, Radrennen, Leichtathletik-Weltrekorde (1982 erreichte Zehnkämpfer Jürgen Hingsen 8723 Punkte). Und seit gut 100 Jahren wird dort natürlich auch Fußball gespielt, von der Amateurklasse bis zur Bundesliga war in Ulm alles geboten. Am Samstag startet der SSV Ulm 1846 Fußball nun auch zuhause in eine neuerliche Drittligasaison. Trainer Robert Lechleiter freut sich: "Wir wollen den Fans guten Fußball zeigen und ihr Vertrauen zurückzahlen."
Dabei hatte die Spielzeit für den Zweitligaabsteiger alles andere als optimal begonnen. Zum Auftakt verlor man beim SV Wehen Wiesbaden mit 1:3 und kam dabei noch glimpflich davon. Doch Lechleiter ficht das nicht an: "Ich bin weit davon entfernt, aus einem einzigen Spiel den Rückschluss zu ziehen, dass es so schlecht ist. Das Spiel haben wir analysiert, es ist abgehakt."
Seegert bereits gegen Aue eine Option
Länger beschäftigen wird die Spatzen allerdings die Verletzung von Johannes Reichert. Der SSV-Kapitän hatte sich in Wiesbaden einen Kreuzbandriss zugezogen und wird monatelang fehlen, in der kommenden Woche steht die Operation an. "Das war für uns alle ein schlimmer Moment, das hat uns schon getroffen", gibt Lechleiter zu. "Wer Jo kennt, weiß, dass er alles dafür tun wird, sich schnellstmöglich zurückzukämpfen. Wir werden auch für ihn spielen."
Den eigentlich unersetzlichen Reichert soll in den kommenden Monaten Marcel Seegert ersetzen. "Ich bin froh, dass wir schnellstmöglich reagieren konnten", freut sich Lechleiter über die Verpflichtung des 31-jährigen ehemaligen Mannheimers. "Marcel verfügt über viel Erfahrung, kennt die Liga und bringt einen guten Charakter mit. Gerade für unsere junge Mannschaft ist er ein Spieler, der eine wichtige Rolle einnehmen kann." Ob Seegert bereits am Samstag (14 Uhr, LIVE! bei kicker) im Heimspiel gegen Erzgebirge Aue auflaufen wird, wollte der Spatzen-Trainer allerdings noch nicht verraten; der Verteidiger stehe "voll im Saft" und sei "sicher eine Option."
Auch weitere Personalentscheidungen ließ der 45-Jährige noch offen. Marvin Seybold und Ensar Aksakal fielen weiterhin aus, außerdem habe Neuzugang Paul-Philipp Besong unter der Woche angeschlagen nicht voll trainieren können. "Wir haben noch zwei Trainingseinheiten, dann entscheiden wir, wer aufläuft", verkündete Lechleiter seinen flexiblen Plan: "Wir schauen uns an, was der Gegner anbietet und was von uns am besten dazu passt."
Das Ziel: Festung Donaustadion
In Aue erwartet der Trainer eine gute Mannschaft, die schnell in die Tiefe kommen kann. Doch vor allem im Fokus steht der Auftritt seiner Ulmer: "Wenn wir eine gute Leistung zeigen, dann hat die Mannschaft schon bewiesen - zwar 'nur' in der Vorbereitung, aber gegen gute Gegner -, dass wir richtig gut Fußball spielen können. Das ist unser Ansatz, das wird er auch bleiben."
Der Fokus liege darauf, die Zuschauer zu begeistern: "Die Fans wünschen sich Siege, das ist unsere Aufgabe", erklärte Lechleiter. Im 100-jährigen Donaustadion wollen die Spatzen "zuhause eine Macht sein".