Gegen Moldau noch auf der Bank
Luciano Spalletti wird nach dem WM-Qualifikationsspiel gegen die Republik Moldau am Montag nicht weiter die italienische Nationalmannschaft betreuen. Das sagte der Trainer selbst am Sonntagnachmittag auf der Pressekonferenz vor der Partie. Verbandspräsident Gabriele Gravina habe ihm "mitgeteilt, dass ich nach dem Spiel gegen Moldau entlassen werde". Die Entlassung "nehme ich zur Kenntnis", sagte Spalletti, auch wenn er "lieber geblieben wäre und versucht hätte, die Dinge zu ändern".
Spalletti war in seiner Heimat nach dem 0:3 zum WM-Qualifikationsauftakt gegen Norwegen am Freitag zum wiederholten Male massiv in die Kritik geraten. Nach zwei verpassten WM-Turnieren in Folge schrillten die Alarmglocken im Verband, dessen Chef Gravina selbst unter Druck geriet und ein Bekenntnis zu Spalletti vermied.
Trotz der bevorstehenden Entlassung wolle er am Montagabend (20.45 Uhr, LIVE! bei kicker) noch auf der italienischen Bank sitzen, sagte Spalletti. Im Anschluss sei er "bereit, seinen Vertrag aufzulösen", so der 66-Jährige. Dies sei er "dem Verband schuldig, der mich immer unterstützt hat, auch wenn die Ergebnisse ausgeblieben sind".
Spalletti, der kurz zuvor die SSC Neapel mit mitreißendem Fußball zur italienischen Meisterschaft geführt hatte, hatte bei der Squadra Azzurra im September 2023 die Nachfolge von Roberto Mancini angetreten, war aber weitgehend erfolglos geblieben. Bei der Europameisterschaft 2024 schied Italien als amtierender Titelträger im Achtelfinale gegen die Schweiz aus, zuletzt scheiterte das Team in der Nations League trotz Aufholjagd im Rückspiel im Viertelfinale an Deutschland.
Pioli und Ranieri sind Nachfolge-Kandidaten
Die Pleite von Oslo, die die direkte WM-Qualifikation bereits mit dem ersten Spiel deutlich erschwert, brachte die Verantwortlichen nun zum Reagieren. Von seinen 23 Spielen als Nationaltrainer konnte Spalletti nur elf gewinnen. "Es tut mir weh, dass ich nicht in der Lage war, das Beste aus allen Spielern herauszuholen und dass ich meinen Fußball nicht zum Ausdruck gebracht habe", sagte Spalletti am Sonntag. Er sei "auch von mir selbst enttäuscht".
Seine Nachfolge ist noch nicht geklärt, allerdings kursieren in italienischen Medien bereits mehrere Namen. In der Pole Position soll dabei laut Gazzetta dello Sport der ehemalige Milan-Coach Stefano Pioli sein, auch der zuletzt bei der AS Rom tätige Claudio Ranieri soll ein Kandidat sein.