Aller guten Dinge sind drei? Nicht bei Rapid. Denn dass sich die Wiener zum dritten Mal seit der Liga-Reform zur Saison 2018/19 über das Play-off für den Europacup qualifizierten, kann nach diesem Saisonverlauf wahrlich nicht als Erfolg verkauft werden. Der abschließende 3:0-Heimsieg über Ried war vielmehr Schadensbegrenzung als die Rettung einer unter dem Strich völlig verkorksten Spielzeit.
Tabellenplatz fünf, Viertelfinal-Aus im ÖFB-Cup und der blamable 36. Platz in der drittklassigen Conference League sind das nackte Ergebnis einer Saison, in der angesichts der vorhandenen Rahmenbedingungen viel mehr möglich gewesen wäre. Nicht zuletzt aufgrund der schwachen Darbietungen der Konkurrenz wäre es für Rapid Pflicht gewesen, bis zum Schluss um zumindest einen der beiden nationalen Titel mitzuspielen.
Rapid fehlte ein echter Leader
Im Sommer stellte Sportchef Markus Katzer den teuersten Rapid-Kader aller Zeiten auf die Beine. Dabei vergaß der 46-Jährige aber offenbar darauf, der Mannschaft ein in sich stimmiges Gerüst zu verleihen. Eine Führungspersönlichkeit à la Guido Burgstaller fehlte an allen Ecken und Enden, womit meist nur elf Einzelkämpfer, aber keine echte Mannschaft auf dem Feld standen. In diesem Zusammenhang konnten weder Kapitän Matthias Seidl noch Nenad Cvetkovic wie gewünscht vorangehen. Bezeichnend: Trainer Johannes Hoff Thorup vergab die Kapitänsbinde zwischenzeitlich an Leihspieler Andreas Weimann.
Wenngleich Rapid unter Hoff Thorup verständlicherweise noch nicht die Sterne vom Himmel spielte, wird Katzer insgeheim darauf gehofft haben, dass die Ideen seines neuen Trainers schneller greifen. Nach der Trennung von Robert Klauß vergriff sich der grün-weiße Geschäftsführer Sport bei Peter Stöger völlig, weshalb die Personalie Hoff Thorup für Katzer auch aus egoistischen Gründen eine enorm wichtige ist. Eine nachhaltige Wende, wie sie etwa Didi Kühbauer beim LASK schaffte, blieb unter dem Dänen vorerst jedenfalls aus.
Rapid gab ein schwaches Gesamtbild ab
Neben den Entscheidungsträgern im Verein lieferte in der abgelaufenen Saison auch die Mannschaft nicht ab. Während von den Neuzugängen nur der verletzungsanfällige Petter Nosa Dahl überzeugen konnte, lief auch ein Großteil der altbewährten Achse seiner Bestform hinterher. Niklas Hedl, Serge-Philippe Raux Yao und Lukas Grgic sind neben den bereits genannten Cvetkovic und Seidl nur einige Beispiele.
Im Zusammenspiel mit dem grün-weißen Anhang, der sich beim Auswärtsderby gegen die Wiener Austria zum wiederholten Male nicht im Griff hatte, gab Rapid in der Spielzeit 2025/26 ein ziemlich ausbaufähiges Gesamtbild ab. Und so blieb dem Verein am Ende einmal mehr nichts anderes übrig, als sich mit Blick auf die neue Saison in Zweckoptimismus zu flüchten.
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