Es sind noch 15 Tage, in denen Bayer 04 noch entscheidende Transfers vollziehen muss. Vor allem auf der Zugangsseite und da insbesondere im offensiven Mittelfeld - benötigt der Vizemeister doch noch einen Akteur, der in Zusammenspiel mit dem von der PSV Eindhoven geholten Malik Tillman den zum FC Liverpool gewechselten Topstar Florian Wirtz ansatzweise ersetzen kann.
Der absolute Wunschkandidat für diese Position ist Monacos Linksfuß Maghnes Akliouche (23, Vertrag bis 2028), für den die Monegassen aber eine Ablöse im Bereich von mindestens 60 Millionen Euro aufrufen. Sodass Bayer bei dem französischen Silbermedaillengewinner von Olympia 2024 darauf zocken müsste, dass der Preis für diesen in den letzten Tagen der Transferperiode noch deutlich fällt.
Das Risiko, wenn der gewünschte Fall nicht eintritt, dann ganz mit leeren Händen dazustehen, ist aber groß. Zu groß, wie die Verantwortlichen bei Bayer 04 inzwischen nach kicker-Informationen entschieden haben. So wird der Bundesligist nicht mehr darauf warten, dass sich bei Akliouche vielleicht spät eine Tür öffnet.
Dennoch ist es möglich, dass Bayer sich mit einem Profi der AS verstärkt. So ist Eliesse Ben Seghir (20) in den Fokus gerückt. Aus Frankreich verlautet, dass Bayer 25 Millionen Euro für den Rechtsfuß geboten hat, der als Linksaußen, aber auch zentraler agieren kann. Da der Vertrag des marokkanischen Nationalspielers 2027 ausläuft und Ben Seghir, dem ein angespanntes Verhältnis zu AS-Trainer Adi Hütter nachgesagt wird, diesen nicht verlängern möchte, ist er ein Verkaufskandidat.
Das Talent, für das Monaco 35 Millionen Euro fordern soll, könnte halblinks offensiv im 3-4-3 spielen und damit die Wirtz-Position übernehmen. So wäre er sogar mit Brightons Facundo Buonanotte (20), der in seiner Entwicklung noch nicht so weit wie Ben Seghir ist, als Duo hinter Mittelstürmer Patrik Schick denkbar. Der argentinische Linksfuß wäre ein Kandidat für halbrechts.
Der Marokkaner Ben Seghir würde im Fall eines Transfers die Tür für seinen Nationalmannschaftskollegen Amine Adli (25) öffnen, der Leverkusen verlassen und zum AFC Bournemouth wechseln möchte. Der Deal über ein Ablösepaket von 30 Millionen Euro ist bereits konkret ausverhandelt. Allerdings darf Adli erst gehen, wenn Bayer in der Offensive nachgelegt hat.
Ben Seghir wäre links ein klares Upgrade
Ben Seghir, der ein klares Upgrade zu Adli wäre, ist anders als Buonanotte nur ein Kauf-Kandidat. Letzteren möchte Brighton & Hove eher verleihen als fix abgeben, am liebsten innerhalb Englands. Denn ginge Buonanotte nach Leverkusen, würde er den Status als "Homegrown", als in England ausgebildeter Spieler, nicht erlangen. Beide Personalien dürften unabhängig voneinander zu betrachten sein.
Verpflichtet Bayer Ben Seghir, könnte der variable Tillman auch verstärkt in der Doppelsechs zum Zuge kommen, für die nach Granit Xhakas Abgang nach Sunderland nur noch drei gestandene Profis zur Verfügung stehen. Der Leverkusener Kader würde so deutlich an Konturen gewinnen.
Wie viele Neue am Ende genau noch kommen, ist also schwer abzusehen. Dass Bayer neben neben einem Innenverteidiger - Kandidat ist Loic Badé vom FC Sevilla - und einem Linksfüßer für die halbrechte Offensivposition noch einen weiteren Offensivakteur verpflichten will, ist klar. Allerdings hat sich der Klub dabei nicht absolut auf eine Position festgelegt, auch wenn eine Verstärkung für die rechte Schiene naheliegend ist. Gut möglich also, dass Ben Seghir in dem akut noch schmalen Kader als Adli-Ersatz zusätzlich eingeplant wird.