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Beier, Couto, Duranville: BVB-Trio hofft auf den nächsten Schritt

kicker

Aus Fort Lauderdale berichtet Matthias Dersch

Dass der BVB in diesem Sommer in seinen Transfer-Möglichkeiten eingeschränkt ist, solange keine Spieler-Verkäufe frisches Geld in die Klubkassen spülen, liegt auch an Yan Couto. Der Brasilianer, der im vergangenen Sommer von Manchester City zunächst auf Leihbasis nach Dortmund kam, muss in diesem Jahr aufgrund von bestimmten Klauseln fest verpflichtet werden. 20 Millionen Euro überweist der BVB für den Außenverteidiger an ManCity, zusätzlich zu den fünf Millionen Euro Leihgebühr, die vor zwölf Monaten fällig wurden. Die Borussia muss also Geld für einen Spieler zahlen, der bereits seit einem Jahr da ist - und der in seiner Premierensaison nicht überzeugen konnte.

Couto hat "ein wenig gelitten"

"Ich habe ein wenig gelitten, weil ich nicht viele Minuten hatte", gab Couto zuletzt vor dem dritten Klub-WM-Gruppenspiel des BVB zu. Verletzungen hatten ihn immer wieder zurückgeworfen, dadurch fehlten ihm Spielpraxis und Rhythmus, die Anpassung an das komplett neue Umfeld wurde aufgrund der vielen Zwangspausen zusätzlich erschwert. "Ich wusste, dass die erste Saison nicht einfach wird: ein neues Land, eine andere Sprache, dazu war ich zweimal verletzt", sagte Couto, der dadurch auch den Start des Dortmunder Schlussspurts verpasste und es anschließend schwer hatte, in der eingespielten Mannschaft zum Einsatz zu kommen.

Mit seinem offensiven Profil verkörpert er einen anderen Spielertypen als sein Konkurrent Julian Ryerson, der vor allem über seine Lauf-, Defensiv- und Kampfstärke punkten kann. Genau darauf legte Trainer Niko Kovac in der abgelaufenen Saison Wert. Gegen die Mamelodi Sundowns (4:3) und gegen Ulsan HD (1:0) setzte er allerdings auf Couto, weil er sich von ihm mehr Offensivakzente erhoffte. Allerdings wurde insbesondere in der ersten Partie deutlich, wie gravierend sein Nachholbedarf in der Defensive weiterhin ist. Gleich mehrmals wurde er auf seiner Seite von den Südafrikanern überspielt.

Beier kämpft sich nach der Verletzung neu heran

"Jetzt heißt es für mich, viel zu trainieren", sagte Couto anschließend und sprach sich selbst Mut zu. "Wenn man jeden Tag sein Bestes gibt, bekommt man auch Gelegenheiten, zu zeigen, warum der Klub mich verpflichtet hat. Die Fans haben noch nicht meine beste Version gesehen - die will ich ihnen in der neuen Saison zeigen."

Es ist ein Satz, den auch Julien Duranville und Maximilian Beier sagen könnten. Beier, der im vergangenen Sommer aus Hoffenheim zum BVB kam, erwischte einen schweren Start unter dem damaligen Trainer Nuri Sahin. Erst als dessen Nachfolger Niko Kovac phasenweise auf ein Zwei-Spitzen-System umstellte, platzte der Knoten. Das Problem: Kurz darauf verletzte er sich am Wadenbein und musste wochenlang pausieren. Erst zur Klub-WM kehrte er in den Kader zurück - und möchte nun über gute Trainingsleistungen und prägnante Joker-Einsätze den verlorenen Startplatz zurückerobern.

Duranville ist endlich verletzungsfrei

Gegen die Sundowns und Ulsan stand er insgesamt 38 Minuten auf dem Feld, Akzente konnte er noch nicht setzen. Dass der 22-Jährige über ein großes Potenzial verfügt, konnte er - anders als Couto - aber bereits zeigen: Insgesamt traf er in seiner Debütsaison für den BVB neunmal und bereitete sechs weitere Treffer vor. Die Frage ist daher eher weniger, ob er sich durchsetzen kann, sondern eher wann. Die derzeit laufenden Klub-WM, die für Beier und Co. mit dem Achtelfinale gegen CF Monterrey aus Mexiko (Mittwoch, 3 Uhr, LIVE! bei kicker) ihre Fortsetzung findet, kommt dafür nach den bisherigen Eindrücken noch zu früh. Zu groß erscheint der körperliche Rückstand aufgrund seiner jüngsten Verletzungspause

Gleiches gilt für Duranville, der aus dem aktuellen Profi-Kader das wohl größte fußballerische Talent ist. Bereits in der vergangenen Saison hatten die BVB-Verantwortlichen darauf gehofft, dass er sich in der Bundesliga auf ganzer Linie durchsetzen kann. Doch obwohl die Zeiten vorbei sind, in denen er regelmäßig mit wachstumsbedingten Muskelverletzungen ausfiel, kam der 19-Jährige über Kurzeinsätze nicht hinaus.

Verbesserungspotenzial in der Defensive

Offensiv ist Duranville unbestritten ein Spieler, der eines Tages den Unterschied ausmachen kann. Mit seinen explosiven Dribblings und seiner Finesse am Ball kann er jedem Abwehrspieler das Leben schwer machen. Doch noch fehlen ihm Effektivität und Effizienz. Noch problematischer allerdings aus Trainersicht: Gegen den Ball mangelt es ihm an taktischem Verständnis und Robustheit.

"Juju ist ein aufgeweckter Junge, der sehr große Qualitäten mit dem Ball am Fuß hat. Manchmal ist er noch zu verspielt, dann könnte er ein wenig einfacher spielen", sagte Kovac nach dem Joker-Einsatz gegen Ulsan über den Youngster. "Was ihm noch fehlt, ist die Defensivarbeit. Wenn er das hinbekommt, ist er sicherlich noch öfter eine Alternative."

Zündet das Trio mit Verzögerung?

Für Duranville gilt dasselbe wie für Beier und Couto: Die BVB-Verantwortlichen planen fest mit dem Trio und hoffen darauf, dass die drei Profis in der neuen Saison weitere Schritte nach vorne machen. Nicht nur würden dadurch die hohen Investitionen gerechtfertigt, auch würden sie die Alternativen für Kovac signifikant vergrößern. Sie wären nicht die ersten in Dortmund, die erst mit Verzögerung zünden würden.