Acht Tage nachdem Stadt- und Regionalliga-Rivale Phönix Lübeck gestartet war, ist am 13. Januar auch der VfB Lübeck in die Vorbereitung auf die Restspielzeit der Saison 2025/26 eingestiegen. Zum Auftakt auf dem Kunstrasen, der noch Restschnee aufwies, hatte Cheftrainer Guerino Capretti bis auf Ware Pakia (Syndesmoseriss/im Aufbau), Mika Lehnfeld (Bänderriss im Sprunggelenk), Samuel Schwoon (Mittelfußbruch), Jaromir Grimm (Kreuzbandriss) und den beiden feststehenden Abgängen (Nemo Philipp, Noah Andreas) alle Spieler dabei. Darunter auch die Rückkehrer Julian Albrecht (Mittelfußbruch), Ali Abu-Alfa (Muskelriss) und Dardan Karimani (muskuläre Probleme). Nach insgesamt 75 Minuten zum Auftakt folgten in der Woche noch sechs weitere Einheiten bis einschließlich Samstag an der Lohmühle, beziehungsweise in Bad Schwartau (Soccerhalle). Die zweite Trainingswoche in Lübeck startet am Dienstag.
Harms gibt die Marschroute vor
"Für uns gilt es zunächst nach und nach wieder die athletischen Grundlagen zu legen für die Rückrunde, unsere taktischen Abläufe zu etablieren. Das auch im Rahmen von einigen Testspielen, so diese zustande kommen", gibt Sebastian Harms eine erste Marschroute vor, mit Blick auf das Nachholspiel Mitte Februar gegen den VfB Oldenburg, dem ersten Pflichtspiel 2026 in der Regionalliga Nord für die Schleswig-Holsteiner.
Lübecks Sportvorstand sagt weiter: "Wir müssen auch die Langzeitverletzten der Hinrunde reintegrieren. Hoffentlich auch so, dass sie am Ende der Vorbereitung auch einsatzfähig sind." Mit Andreas und Philipp haben in der Winterpause zwei Kaderspieler den schleswig-holsteinischen Viertligisten verlassen. Wird diese Lücke noch geschlossen? Harms hält sich bei diesem Thema eher bedeckt: "Wir haben zwei Mann verloren, die sich beruflich einfach anders orientieren wollen. Was wir auch respektieren. Felix Drinkuth ist dazugekommen. Also zwei sind weg - einer ist rein. Natürlich schauen wir auf den Markt. Jeder weiß aber, dass wir nicht große, finanzielle Mittel haben, um da jetzt proaktiv viel zu machen. Trotzdem gibt es manchmal aber immer mal Möglichkeiten oder Konstellationen, vielleicht eine Leihe, dass es passt. Unser Schwerpunkt liegt in der defensiven Kette, wobei wir da auf den meisten Positionen nicht voll besetzt sind. In der Hinrunde hat man gesehen, wenn unsere beiden Außenverteidiger fehlen, dass dann viel gebastelt werden muss. Wir schauen also, ob uns jemand helfen kann. Angeboten wird vieles. Machbares oder Sinnvolles für uns war aber noch nicht dabei. Es ist ja auch noch ein bisschen Zeit im Januar, bis das Fenster schließt. Wenn es am Ende nicht klappt, dann sind wir auch so gut aufgestellt."
Auf dem 10. Tabellenplatz stehend, sind die Grün-Weißen in die Winterpause gegangen. Das Ziel ist dementsprechend laut des Sportvorstandes relativ naheliegend: "Wir wollen uns weiter stabilisieren. Für uns ist klar, dass wir den Platz, den wir aktuell innehaben, so über den Daumen zunächst mal absichern möchten. Vielleicht ist auch mehr drin. Natürlich will man sich auch insgesamt weiterentwickeln und verbessern. Abhängig ist das aber auch davon, dass unsere Spieler fit bleiben und gesund. Auch die Entwicklung der jungen Leute spielt eine Rolle. Klar ist für uns aber auch, dass der Landespokal (im Halbfinale geht es im April zum SV Todesfelde; Anm. d. Red) nicht so unwichtig ist."
Begehrtes Trio
Mit Bjarne Pfundheller, Antonio Verinac oder Joel Amadi konnten Spieler im neu zusammengesetzten Kader im Sommer 2025 sich beim VfB Lübeck gleich ein bisschen ins Rampenlicht spielen. Einige Vereine sind auf das Trio inzwischen aufmerksam geworden. Harms sagt zum Thema Abgänge in der Winterpause. "Es sieht aktuell nicht danach aus, dass uns noch jemand verlässt. Das Transferfenster ist aber auch da noch weiter offen. Es gibt aber konkret auch nichts, was sich im Moment diesbezüglich abzeichnet."
Gerade ein Wechsel von Verinac wäre sicherlich bitter für Grün-Weiß. Der Offensivspieler erzielte bisher immerhin 12 Saisontore, gehört zu den absoluten Leistungsträgern. Da drängt sich dann auch die nächste Frage auf: Wechselt Verinac noch im Winter den Verein, verlässt den VfB Lübeck vorzeitig? "Es gibt diesbezüglich nichts zu vermelden. Stand jetzt bleibe ich", sagt Verinac und formuliert auch gleich Ziele. "Für mich ist der Landespokalsieg auf jeden Fall etwas sehr Besonderes. Dort stehen wir im Halbfinale beim SV Todesfelde, sind gut dabei. Doch natürlich wollen wir auch in der Tabelle am Ende möglichst weit oben stehen."
Abschied von Hertner
Der Plan weist noch kleine Lücken auf. Fix ist aber, dass die Lübecker gegen den ETSV Hamburg (Oberliga) am 21. Januar (18 Uhr) spielen. Das Testspiel soll auch eine Verabschiedung von Sebastian Hertner sein, der am 20. Dezember 2025 im Alter von 34 Jahren in Montenegro verstorben ist, zuletzt beim ETSV kickte und davor in der 3. Liga auch beim VfB (Saison 2020/21). Des Weiteren geht es am 24. Januar gegen den SV Siedenbollentin (Oberliga NOFV-Nord) und am 30. Januar gegen das dänische Team Kolding IF (1. Division). Beide Partien sollen - Stand jetzt - an der Lohmühle ausgetragen und um 13 Uhr angepfiffen werden. Zudem ist am 4. Februar ein Test gegen die TuS Dassendorf (Anstoß 18.45 Uhr) um die Ex-Profis Martin Harnik und Max Kruse geplant.