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Bobic und Hertha: Der Rechtsstreit geht weiter

kicker

Die Verkündung der Entscheidung fiel am Donnerstag denkbar knapp aus. Die mündliche Verhandlung werde wiedereröffnet, sagte Richter Tobias Oelsner vom Landgericht Berlin. Demnach geht der Urkundenprozess, den Fredi Bobic gegen seinen früheren Arbeitgeber Hertha BSC angestrengt hat, in die nächste Runde. Der neue Termin steht noch nicht fest. Denkbar ist, dass die Kammer für Handelssachen am Landgericht die beteiligten Parteien, also Bobic und einen oder mehrere Vertreter von Hertha BSC, noch einmal vernehmen will. Auch Urkunden, etwa Verträge, können als Beweise eingebracht werden. Beide Parteien waren am Donnerstag nicht anwesend.

Es geht um mehr als vier Millionen Euro

Herthas früherer Sportgeschäftsführer wehrt sich seit zwei Jahren juristisch gegen seine Anfang 2023 ausgesprochene ordentliche und außerordentliche Kündigung. Der Ex-Nationalspieler, der seit April Fußball-Chef beim polnischen Erstligisten Legia Warschau ist, hatte seinen ehemaligen Arbeitgeber auf eine Zahlung von 3,35 Millionen Euro verklagt. Die Summe setzt sich zusammen aus zweieinhalb Monatsgehältern für den Zeitraum von Februar bis April 2023 (rund 594.000 Euro) und einer vertraglich vereinbarten Abfindung über 2,76 Millionen Euro. Zinsen, Anwalts- und Gerichtkosten sind darin noch nicht enthalten, mit ihnen dürfte sich die Gesamtsumme auf mehr als vier Millionen Euro belaufen.

Bobic will in dem Verfahren möglichst schnell einen sogenannten Vollstreckungstitel erzwingen, mit dem er Hertha zur Zahlung auffordern könnte. Doch das weiterhin laufende Verfahren zog sich auch wegen diverser Befangenheitsanträge des Klubs, der erkennbar auf Zeit spielte, immer weiter in die Länge.

Hertha signalisierte erst Zustimmung zum Vergleich, lehnte dann aber ab

Bei einem Verhandlungstermin am 22. Mai hatten sich beide Seiten erstmals angenähert. Damals hatte das Gericht eine Einigung auf einen Vergleich in Höhe von 3,2 Millionen Euro vorgeschlagen. Die Summen für den Vergleichsvorschlag hatten die Bobic-Anwälte unterbreitet. Nach einer Unterbrechung der Verhandlung und einer Rücksprache mit Herthas Entscheidungsträgern hatte Johan-Michel Menke, der Anwalt des Zweitligisten, damals grundsätzliche Zustimmung signalisiert, sich aber eine dreiwöchige Annahmefrist erbeten. "Ich hoffe, dass es jetzt zu einem Ende kommt", hatte Bobic erklärt. Doch in der Folge lehnte Hertha nach Angaben von Bobic das Angebot dann doch ab, ohne den Rückzieher zu begründen. Jetzt ist klar: Ein Ende der juristischen Fehde ist noch immer nicht in Sicht.