Wer glaubt, dass der FC Bayern souveräner Spitzenreiter ist, muss sich mal die Tabelle der Eredivisie anschauen. Mit 14 Punkten vor Feyenoord Rotterdam thront die PSV Eindhoven ganz oben, die wie der FCB erst einmal verloren hat. Doch bei den Toren kann der Niederländische nicht mit dem Deutschen Meister mithalten.
"Sie haben in 19 Spielen bereits 72-mal getroffen. Das ist viel mehr als wir in der Eredivisie. Das sagt schon einiges über ihre Stärke aus", staunt auch PSV-Trainer Peter Bosz nicht schlecht. An seiner Marschroute für das Champions-League-Duell mit den Bayern am Mittwochabend (21 Uhr, LIVE! bei kicker) ändert das aber nicht - es bleibt ihm auch nichts anderes übrig.
Für die PSV geht es um alles, doch die Form stimmt nicht
"Wenn wir gewinnen, sind wir weiter, also spielen wir auf Sieg. Wenn das nicht klappt, versuchen wir, unentschieden zu spielen. Und wenn das nicht klappt, müssen wir abwarten und auf Glück hoffen", erklärte Bosz. Vor dem finalen Spieltag liegt seine Mannschaft auf dem 22. Platz und damit knapp in den Top 24, die in die K.-o.-Phase einziehen. Allerdings sind dahinter gleich vier Teams punktgleich. Im Gegensatz zu den Bayern, die selbst bei einer Niederlage Zweiter bleiben könnten, geht es für die Hausherren also um alles.
Da hilft es nicht, dass neben dem von Fulham umworbenen Torjäger Ricardo Pepi, dem Ex-Gladbacher Alassane Plea oder Ruben van Bommel auch Stamm-Innenverteidiger Yarek Gasiorowski wegen einer Gelbsperre fehlt und Guus Til und Anass Salah-Eddine noch fraglich sind. Und auch die jüngsten Ergebnisse sprechen gegen eine Überraschung.
In Newcastle vergab die PSV eine bessere Ausgangslage mit einer 0:3-Niederlage, danach folgte der 2:2-Patzer gegen den Vorletzten NAC Breda in der Liga, wobei der Punkt sogar erst in der Nachspielzeit gerettet wurde. Ein Problem: Bosz' Team leistete sich dabei auffallend viele individuelle Patzer, über die sich auch Harry Kane & Co. freuen würden.
Wanner "entwickelt sich fantastisch"
Der einstige Dortmunder und Leverkusener Trainer denkt aber gar nicht daran, etwas am Spielaufbau zu ändern. "Ich sage zu unseren Jungs: Macht weiter so, hört nicht auf die anderen Leute. Wir stehen dort, wo wir stehen, weil wir so gespielt haben, wie wir gespielt haben. Das müssen wir weiterhin tun. Das ist die Art und Weise, wie wir Fußball spielen. Und deshalb stehen wir so gut da." Man dürfe sich nicht von zwei schlechteren Ergebnissen aus der Ruhe bringen lassen.
Gerade gegen Bayern nicht. "Ihre Spielweise ist die gleiche wie die von NAC", warnte Bosz. "Sie zwingen dich auf dem ganzen Feld zu Zweikämpfen. Und dann haben sie natürlich" - anders als Breda - "enorm viel Qualität in der Mannschaft." Und auch einige Youngster. "Was mir gefällt, ist, dass Vincent Kompany sich auch traut, junge Spieler einzusetzen. Das passt zu ihrer Kultur."
Paul Wanner suchte dennoch eine neue Herausforderung, gerade ist er dabei, sich nach langer Anlaufzeit in Bosz' erste Elf zu spielen. "Paul hat Zeit gebraucht, um sich hier einzuleben", sagt der Trainer über seinen Sommerneuzugang aus München. "Diese Zeit hat er auch gebraucht, um körperlich stärker zu werden und sich in unsere Spielweise einzufinden. Ich finde, dass er sich in den letzten Monaten fantastisch entwickelt hat."