Der 1. FC Heidenheim stellt mit bislang 36 Gegentoren nicht nur mit dem VfL Wolfsburg die schlechteste Defensive der Bundesliga, sondern lässt auch vor dem gegnerischen Tor die Durchschlagskraft vermissen. Mit lediglich 15 Toren aus 16 Spielen verfügt der FCH über die ligaweit zweitschwächste Offensive, lediglich der FC St. Pauli weist mit 13 Treffern aus 15 Spielen eine noch schlechtere Quote auf.
Für neuen Schwung beim Tabellenvorletzten soll Christian Conteh sorgen, der in der Hinrunde bei Eintracht Braunschweig mit vier Toren und drei Vorlagen auf sich aufmerksam machen konnte. Der 26 Jahre alte Stürmer, der mit einem Top-Speed von 36,12 km/h in der Hinrunde sämtliche Bundesliga-Spieler übertrumpfte, kommt ein halbes Jahr vor Vertragsende von den Niedersachsen zu den Schwaben, die ihn mit einem Vertrag bis 2029 ausstatten.
"Seine extreme Schnelligkeit und sein Dribbling passen hervorragend zu unserem Anforderungsprofil", begründet Heidenheims Vorstandsvorsitzender Holger Sanwald den Transfer Contehs, den die Heidenheimer in der Offensive als Option "sowohl auf beiden Außenbahnen als auch im Zentrum" einplanen.
Brüder bis 2019 zusammen auf St. Pauli
In Heidenheim trifft Christian auf seinen drei Jahre älteren Bruder Sirlord, der weite Teile der Hinrunde aufgrund einer Meniskusverletzung verpasst hatte. Die beiden gebürtigen Hamburger genossen ihre fußballerische Ausbildung gemeinsam in ihrer Heimatstadt, im Sommer 2019 trennten sich aber ihre Wege, als Sirlord vom FC St. Pauli nach Magdeburg wechselte, ehe Christian ein Jahr später zu Feyenoord Rotterdam ging. Nach Stationen in Sandhausen, Dordrecht, Dresden, Osnabrück und zuletzt Braunschweig schlägt Christian Conteh eineinhalb Jahre nach seinem Bruder erstmals in der Bundesliga auf.
"Der Wechsel nach Heidenheim ist für mich der nächste wichtige Schritt in meiner Karriere", freut sich Conteh auf die Zeit beim FCH. "Der Verein ist mir natürlich durch meinen Bruder bestens bekannt - mit ihm künftig in der Bundesliga zusammenspielen zu dürfen, wird natürlich etwas ganz Besonderes." Heidenheim stehe für ihn für "viel Leidenschaft, harte Arbeit und großen Zusammenhalt - das sind Werte, mit denen ich mich voll identifizieren kann und die auch zu meinem bisherigen Weg passen".
Kessel: "Wir werden den Abgang adäquat nachbesetzen"
In Braunschweig wird der Abgang des Leistungsträgers hingegen mit Bedauern hingenommen. "Sportlich tut uns der Abgang von Chris definitiv weh - darüber kann es keine zwei Meinungen geben", erklärt Sport-Geschäftsführer Benjamin Kessel und führt aus, warum der Klub einem Abgang dennoch zugestimmt hat: "Vor dem Hintergrund seines im Sommer auslaufenden Vertrages und seines klaren Wunsches, das Angebot aus Heidenheim anzunehmen, haben wir eine finanziell gute Lösung für die Eintracht gefunden." Die Suche nach einem Nachfolger läuft indes bereits: "Wir sind überzeugt von unseren Jungs und werden zudem den Abgang von Chris adäquat nachbesetzen."