"Man muss hier nicht verlieren." Die Enttäuschung war Markus Kauczinski im Carl-Benz-Stadion nach Schlusspfiff im MagentaSport-Interview anzusehen. Mit 1:3 hatten seine Löwen beim Waldhof verloren und sind nach dem Coup gegen Primus Duisburg hart gelandet. Aufholjagd gestoppt zunächst.
Sechzig hatte in diesem Duell zweier Traditionsvereine einen guten Start erwischt. Max Christiansen setzte an alter Wirkungsstätte eine Fackel via Innenpfosten ins Netz - nach zehn Minuten führten die Gäste verdient.
Im Anschluss gab der TSV das Spiel nach und nach aus der Hand, kassierte selbst zwei Traumtore und konnte im zweiten Durchgang insbesondere Matchwinner und Doppelpacker Kennedy Okpala nicht stoppen. "Wir müssen lernen, unser Spiel durchzuziehen", lautete Kauczinskis Fazit nach einer "nicht unverdienten, aber unnötigen" Niederlage.
Christiansen nimmt sich beim ersten Okpala-Tor "ganz klar mit rein"
Das unterschrieb auch Christiansen im Gespräch mit MagentaSport. Der Mittelfeldspieler haderte mit dem Spiel und der Leistung seiner Mannschaft. "Es war einfach ein bisschen zu wenig - vor allem in der zweiten Halbzeit", klagte der 29-Jährige und übte auch Selbstkritik. Beim ersten Okpala-Tor nach einer Stunde Spielzeit konnte Christiansen den Kontrahenten nicht am Abschluss hindern.
"Da nehme ich mich ganz klar mit rein, denn beim 1:2 verteidige ich das nicht gut genug und komme nicht hin. Das muss ich besser machen", sagte der Ex-Waldhöfer - und nahm zugleich auch den Schiedsrichter in die Pflicht angesichts zweier umstrittener Szenen. Im Normalfall rede er nicht gerne über den Unparteiischen, "aber heute muss ich das ganz klar mal ansprechen, denn es waren zwei Fehlentscheidungen dabei, die gegen uns gelaufen sind."
Zwei umstrittene Szenen
Szene 1: In der 6. Minute ging Kevin Volland im gegnerischen Strafraum nach Kontakt mit Gegenspieler Arianit Ferati zu Boden - vielleicht etwas zu leicht. Schiedsrichter Felix Wagner ließ weiterlaufen. "Wenn er ihm auf den Fuß steigt, ist es ein Foul, ganz klar", sagte Christiansen, gestand jedoch auch, die Szene am Bildschirm gar nicht richtig erkennen zu können.
Szene 2: Kurz nach Wiederbeginn hatte Mannheims Niklas Hoffmann den ruhenden Ball im eigenen Strafraum bei einem Freistoß leicht mit der Fußspitze angetippt. Die Löwen liefen den Abwehrspieler der Kurpfälzer daraufhin an, der den Ball versuchte mit dem Körper abzuschirmen und dabei womöglich sogar ein Foul an Sigurd Haugen beging. Die Münchner hätten auch hier gerne einen Elfmeter gehabt, doch Wagner ließ den Freistoß zu ihrem Unverständnis erneut ausführen. "Solche Entscheidungen haben uns wehgetan", unterstrich Christiansen.
Am kommenden Wochenende nehmen die Löwen einen weiteren Anlauf, Boden in der Tabelle gutzumachen. Gegner am Samstag (14 Uhr) ist das formstarke Energie Cottbus - am Nachmittag zumindest vorübergehend neuer Spitzenreiter.