Am vergangenen Bundesliga-Spieltag ärgerte sich Daniel Siebert, bei Eintracht Frankfurts Heimspiel gegen den FC Bayern (0:3) ein Handspiel erst mithilfe des VAR als strafwürdig erkannt zu haben. Nun erlebte er schneller als erhofft ein kleines Déjà-vu.
Beim WM-Qualifikationsduell zwischen Wales und Belgien ließ der Schiedsrichter aus Berlin in der Anfangsphase zunächst weiterlaufen, als Ethan Ampadu ein Schuss von Charles de Ketelaere an den Arm geprallt war. Nach VAR-Eingriff korrigierte er sich: Belgien erhielt einen Strafstoß, den Kevin De Bruyne zum zwischenzeitlichen 1:1 souverän nutzte (18.).
Nach der Partie, die Wales mit 2:4 verlor, sorgte die Szene noch einmal für Diskussionen - und das auf beiden Seiten. Allerdings haderten weder der walisische Trainer Craig Bellamy noch Belgiens Torhüter Thibaut Courtois mit Sieberts Pfiff an sich, sondern mit der derzeitigen Auslegung der Handspielregel, nach der sich der Schiedsrichter korrekterweise gerichtet hatte.
"Ich weiß nicht, wo man seine Hände hintun soll", meinte Bellamy, nachdem Ampadu im Wegdrehen aus kurzer Distanz am für einen Moment abgespreizten Arm getroffen worden war. "Wenn der Ball auch nur in die Nähe deiner Hände kommt, gibt es sofort einen Elfmeter, und ich glaube nicht, dass das so sein sollte." Nach der frühen Führung sei der Pfiff "für alle wie ein Schlag ins Gesicht" gewesen. "Es war in diesem Moment schwer zu akzeptieren, aber es sind die Regeln", wusste Bellamy, der sich rund um die Szene eine Gelbe Karte eingehandelt hatte.
Courtois kritisiert: "Das sind blöde Elfmeter"
Auch Courtois zeigte sich mit der momentanen Regelauslegung nicht einverstanden. "Für uns ist es jetzt leicht zu sagen, dass es ein Elfmeter ist. Aber das sind blöde Elfmeter. Es kann auch nichts Gefährliches daraus entstehen", urteilte der Real-Madrid-Profi bei Sporza. "Aber so ist der Fußball heutzutage nun einmal. Das ist ärgerlich."
Im zweiten Durchgang gewährte Siebert den Belgiern sogar noch einen zweiten Handelfmeter. Dieser war jedoch unstrittig, auch der VAR musste diesmal nicht eingreifen. De Bruyne verwandelte erneut.
Während Belgien an die Spitze der Quali-Gruppe J sprang und nun bereits mit einem Sieg in Kasachstan am 15. November das Ticket für die WM 2026 sicher hat, kann sich Wales voll auf die Play-offs konzentrieren - entweder über den zweiten Tabellenplatz, den derzeit Nordmazedonien belegt, oder als einer der Gruppensieger der Nations League.