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"... dafür ist Jona vielleicht der bessere Verteidiger"

kicker

Von Arbeitszeitbetrug zu sprechen, wäre vielleicht etwas übertrieben. Ihren originären Verteidigungs-Job allerdings musste die DFB-Defensive am Freitag gegen Luxemburg (4:0) nicht erfüllen, zu einseitig verlief die Partie in Sinsheim. Wenn die deutsche Mannschaft am Montag im Windsor Park von Belfast auf die dort heimischen Nordiren trifft, dürfte sich dieses Bild nicht wiederholen. Nach dem 2:0-Erfolg über die Slowakei können die Gastgeber von der WM-Qualifikation träumen, haben sie doch wie die Deutschen und Slowaken nach drei absolvierten Partien sechs Punkte auf dem Konto.

Für die DFB-Elf bedeutet das, dass vor der stimmungsvollen Kulisse in dem gut 18.000 Zuschauer fassenden Stadion - von denen 850 Fans zum deutschen Team halten werden - ein Ausrutschen absolut verboten ist. Im Falle einer Niederlage hätte die Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann den Sieg in der Gruppe A vor den abschließenden Spielen in Luxemburg und gegen die Slowakei in diesem Fall nicht mehr in der eigenen Hand. Bei einem Remis hätte die Slowakei die Möglichkeit, mit einem Sieg gegen Luxemburg wieder die Tabellenspitze zu erklimmen.

Einer, der dafür sorgen soll, dass wie am Freitag die Null beim deutschen Gegner steht, ist Nico Schlotterbeck. Der Dortmunder Abwehrchef, der gegen Luxemburg sein 45-minütiges Comeback nach einer halbjährigen Verletzungspause in der deutschen Mannschaft feierte, wird erneut mit Jonathan Tah die Innenverteidigung bilden. Dort soll er nicht nur die mutmaßlich zahlreichen langen Bälle der Nordiren abfangen, sondern auch Akzente im eigenen Aufbauspiel setzen.

Schlotterbeck: "Bin fit und austrainiert wie selten"

"Nico gibt uns einen herausragenden Spielaufbau, einen super Siegeswillen und endlich mal wieder einen linken Fuß hinten", sagte Nagelsmann vor dem Oktober-Lehrgang, für den er Schlotterbeck trotz der geringen Spielpraxis für seinen Klub Borussia Dortmund gleich wieder nominierte - und ihn auch gegen Luxemburg direkt wieder in die Startelf schickte. "Wir sind froh, dass er wieder da ist."

Für den ebenso ambitionierten wie ehrgeizigen Schlotterbeck gilt das Gleiche: "Mir geht es sehr gut. Ich hatte jetzt fünfeinhalb Monate Zeit, um mich auf die vielen Spiele vorzubereiten. Ich bin so fit und austrainiert wie selten zuvor", sagte er am Sonntag in Belfast auf der Pressekonferenz vor dem Spiel, das ihn auch aufgrund der besonderen Atmosphäre reizt: "Als Fußballer wartest du auf solche Spiele. Ich kenne es ja aus Dortmund, da sind alle zwei Wochen 80.000 Menschen im Stadion. Hier sind es ein bisschen weniger, aber sie sind genauso laut. Wir haben Bock und wollen nachlegen, um in der Gruppe auf Platz 1 zu bleiben."

Für Schlotterbeck geht es in den DFB-Auftritten auch um ganz persönliche Ziele. In Abwesenheit des verletzten Antonio Rüdiger kann sich der Dortmunder in der deutschen Abwehr festspielen. Zumal Nagelsmann nicht nur Schlotterbeck selbst, sondern auch die Kombination mit Tah schätzt. "Ich war gegen Luxemburg super zufrieden mit Schlotti und auch mit Jona", sagte der Bundestrainer am Sonntag und gab einen Einblick darin, was er von seinen zentralen Abwehrspielern erwartet: "Wir sprechen viel über die Kette. Es gibt viele Phasen, wo sie für Aktivität sorgen sollen, mit dem Ball, aber auch bei gegnerischem Ballbesitz."

Auch Schlotterbeck ist ein Freund der Paarung: "Ich kenne Jona jetzt schon ein paar Jahre und freue mich immer, wenn ich mit ihm zusammenspielen kann. Wir ergänzen uns gut", sagte der Linksfuß über seinen derzeitigen Nebenmann in der Nationalmannschaft - und ergänzte mit einem Lächeln: "Für mich ist das Thema mit dem Ball noch mal interessanter als für ihn, dafür ist er der vielleicht bessere Verteidiger." Anders als noch am Freitag gegen Luxemburg dürfte es am Montag in der heißen Atmosphäre des Windsor Park auf beide Eigenschaften ankommen.