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Deco erklärt den "Fall ter Stegen" - und plant fest mit seinem Kapitän

kicker

Als der FC Barcelona am Sonntag einen 2:1-Heimerfolg über Real Sociedad feierte, stand bei den Katalanen Wojciech Szczesny im Tor. Einer, der seine Karriere im August 2024 eigentlich für beendet erklärt hatte - und sich nur für Barcelona doch umentschied. Auf der Bank saßen mit Eder Aller ein 18-jähriger Spanier und Diego Kochen ein 19-jähriger US-Amerikaner.

Die Personallage zwischen den Pfosten ist prekär. Neben Kapitän Marc-André ter Stegen, der nach seiner Rücken-OP wohl noch bis Dezember in der Reha steckt, fällt neuerdings auch dessen auserkorener Nachfolger Joan Garcia aus. Die Verpflichtung des Spaniers und die damit verbundene "Degradierung" ter Stegens hatte eine der größten Kontroversen des Sommers ausgelöst.

Doch wie kam es eigentlich dazu? Sportdirektor Deco gab der vereinsnahen Mundo Deportivo jetzt ein Interview und nahm auch zum "Fall ter Stegen" ausführlich Stellung. "Das Tagesgeschäft zwingt uns manchmal zu bestimmten Entscheidungen", beginnt der ehemalige Mittelfeld-Antreiber seine Ausführungen: "Vor zwei Jahren hätte man nicht daran gedacht, so schnell einen Torwart zu verpflichten. Die Umstände haben uns dazu gebracht."

Joan Garcia oder ter Stegen? "Hängt am Ende vom Trainer ab"

Schon als sich ter Stegen im November 2023 erstmals am Rücken verletzt hatte, begab sich Barcelona laut Deco auf die Suche nach Verstärkung fürs Tor. Eine, die Gegenwart und vor allem Zukunft sein könnte. Den vielversprechenden Optionen aus dem eigenen Stall habe es an mangelnder Spielpraxis und Erfahrung gefehlt.

So fiel die Wahl schließlich in diesem Sommer auf Joan Garcia, den großen Rückhalt des Stadtrivalen. "Im Fall von Joan war entscheidend, dass er sehr intelligent ist. Ich weiß, dass es schwierig ist, Espanyol zu verlassen, einen Rivalen aus der Stadt, aber ich glaube, dass das Tor von Barcelona für ihn sogar schon eine Chance für die Gegenwart darstellte, weil Marc sich erneut verletzt hat und Joan deshalb diese Bewährungschancen bekommt."

Deco gelang es also, Joan Garcia von dem "Projekt" zu überzeugen, aber: "Ob er spielt, hängt am Ende vom Trainer ab." Die Verletzung ter Stegens nimmt Hansi Flick diese Entscheidung aktuell ab. Wohl noch bis Dezember.

„Wenn Marc verfügbar wäre, würde er sicher spielen.“ (Deco)

Macht Barcelona dann den Weg frei, um ter Stegen die für die WM dringend benötigte und von Bundestrainer Julian Nagelsmann eingeforderte Spielpraxis zu ermöglichen? Deco jedenfalls plant nichts in diese Richtung. "Wir haben Probleme mit den Torhütern", stellte er stattdessen klar: "Wir mussten Kochen aus Chile holen, obwohl für ihn die U-20-Weltmeisterschaft wichtig war. Wir mussten den US-Verband anrufen und dem Trainer erklären, dass wir uns in einer sehr schwierigen Situation befinden."

Die folgenden Worte waren dann durchaus bemerkenswert. "Wenn Marc verfügbar wäre, würde er sicher spielen", glaubt Deco: "Er hat einen Vertrag, und so ist es nun einmal."

Ter Stegen "kann noch Geschichte schreiben"

Von einer Wachablösung oder gar Degradierung will der Portugiese nichts wissen: "Es wurden zu viele Probleme geschaffen, wo es gar keine gibt. Erstens ist Marc ein großartiger Torwart, Mannschaftskapitän, er hat eine Geschichte in diesem Verein, die wir respektieren und schätzen, und er kann noch Geschichte schreiben, denn er ist ein 33-jähriger Torwart und damit noch nicht alt. Es liegt nicht an Marc, sondern daran, dass wir, wenn er sich verletzt, feststellen, dass wir nur wenige Torhüter haben."

Seine Position aus dem Juni, ter Stegen die geplante Verpflichtung nicht vorab erklären zu müssen, behält Deco. "Das gibt es nicht, dass man einem Spieler so etwas erklärt. Es gibt auch keinen Fall ter Stegen. Wir haben uns um die Torwartposition gekümmert, als Marc sich zum ersten Mal verletzt hat, wir suchen keinen Ersatz für Marc." Man wolle ein "Problem für die Zukunft" vermeiden, so Deco, der dann wiederholte: "Wer am Ende spielt, entscheidet der Trainer."