Auch wenn die Tabelle nach einem Spieltag noch keine Aussagekraft hat: Das Spitzenspiel Erster gegen Zweiten, Eintracht Frankfurt gegen TSG Hoffenheim, hat seinen Namen schon oft verdient. Geht man vom ersten Spieltag aus, als die Eintracht die SGS Essen mit 5:0 vom Platz fegte und der TSG ein ähnlich deutliches 4:1 gegen Carl Zeiss Jena gelang, dürfte es am Sonntag definitiv ein torreiches Spiel werden.
Dazu sollen auch die Hoffenheimer Angreiferinnen Melissa Kössler und Selina Cerci beitragen, die beide gegen Jena doppelt trafen. Das freut vor allem Hoffenheims Trainer Theodoros Dedes: "Die beiden sind ein essenzieller Teil unserer Mannschaft, verstehen sich auf dem Platz sehr gut." Zwar stehe Cerci wegen ihrer Tore - deren 16 in der vergangenen Saison immerhin die Torjägerkanone bedeuteten - meist etwas mehr im Fokus, Dedes will jedoch auch ausdrücklich Kössler hervorheben: "Melissa ist extrem wichtig für uns, ein grundlegender Faktor für unsere Mannschaft. Sie arbeitet so viel und hat ein enormes Tempo in die Tiefe. Es freut mich sehr, wenn sie sich selbst belohnt und nicht nur der Mannschaft hilft. Sie soll das Spiel genießen, und das macht sie aktuell, spielt frei auf und hat eine andere Körpersprache."
Ein Sonderlob für den Auftritt gegen Jena verdienten sich auch die beiden defensiven Mittelfeldspielerinnen Valesca Ampoorter und Laura Gloning. "Valesca macht das sehr gut, sehr kreativ, obwohl sie erst ein paar Wochen bei uns ist. Und Laura ist für mich die Entdeckung, weil sie eigentlich Außenverteidigerin ist, das aber so gut macht und so pressingresistent ist, dass sie das auch auf der Sechs gut spielen kann", lobt Dedes.
Die Abwehr wird im Fokus stehen
Das dürfte auch am Sonntag gefordert sein, denn die vergangene Saison habe gezeigt, dass man die Eintracht nicht spielen lassen darf. "Wir müssen kompakt und diszipliniert verteidigen. Die Frage ist, ob wir in der Lage sind, das über rund 100 Minuten durchzuziehen, keine Räume zu lassen. Die individuelle Qualität der Eintracht ist so hoch, dass immer was passieren kann", warnt der Trainer.
"Wir wollen den Schwung vom ersten Spiel mitnehmen, wohl wissend, dass uns ein ganz anderes Spiel erwartet", sagt Dedes, der auch darauf setzt, dass Frankfurt unter der Woche gegen Madrid einiges investieren musste. "Körperlich war das eine extrem hohe Belastung, da Frankfurt das Spiel machen müsste. Das kostet Körner. Rotieren ist in Frankfurt zwar nicht die Lieblingstaktik, aber Spielerinnen wie Rebecka Blomqvist und Hayley Raso sind Top-Spielerinnen, die am Sonntag vielleicht ihre Spielzeit bekommen." Hoffenheims Trainer warnt aber auch: "Man kann sehr viele Emotionen entfalten, wenn man sieht, wie gut man spielen kann. Vielleicht sind wir dann die Zielscheibe dieser Frankfurter Emotionen."
Die griechische Freundschaft pausiert
Die Freundschaft zu Frankfurts Trainer Niko Arnautis - der griechische Wurzeln hat, aber in Deutschland geboren wurde, während Dedes in Griechenland zur Welt kam - muss in dieser Woche dann auch mal ruhen, ehe die Freunde am Montag danach wieder gemeinsam im Flieger nach Barcelona sitzen - ein Teil des UEFA-Pro-Lizenz-Lehrgangs, den die beiden Trainer derzeit absolvieren. "Wir sitzen meist nebeneinander und sind immer im Austausch. Niko hat eine enorme Erfahrung, von der ich schon sehr viel profitieren konnte", berichtet Dedes. Das gelte allerdings nicht für diese Woche.