Beim 2:1-Sieg über den FC St. Pauli führte Ermedin Demirovic den VfB Stuttgart als Kapitän auf das Feld, weil der etatmäßige Spielführer Atakan Karazor von VfB-Coach Sebastian Hoeneß auf die Bank beordert worden war und die nominelle Nummer zwei Deniz Undav verletzt hatte passen müssen.
Dass dadurch die Binde auf Demirovic überging, war diesem vorher nicht bewusst gewesen: "Es war nicht klar, dass ich der Dritte bin", sagte der 27-Jährige am Mittwoch auf der Pressekonferenz zum Europa-League-Auftakt am Donnerstagabend (21 Uhr, LIVE! bei kicker) gegen Celta Vigo. "Ich habe es selbst auch erst vor dem Spiel erfahren."
Neuland war das Kapitänsamt für ihn zwar nicht, "auch in Augsburg habe ich es gehabt", sagte er. Doch einen so großen Verein wie den VfB Stuttgart anzuführen, "ist es noch einmal etwas ganz anderes". Eine Bürde stellte die Binde für ihn aber nicht dar - im Gegenteil, sie hat ihn sogar gepusht.
Was sich auch in seiner Leistung widerspiegelte. Ein Tor, eine Vorlage, kicker-Note 1,5. "Sein Auftritt war eine Eins mit Sternchen", hatte ihn zuvor Hoeneß auf dem Podium gelobt. "Ich befinde mich derzeit in einem Flow", stimmte Demirovic zu, "und diesen möchte ich gerne fortsetzen."
Am besten auch gegen Vigo, auf das Demirovic bereits im Juli in einem Test (2:1) traf. Und das für ein Vorbereitungsspiel ungewöhnlich ruppig verlief. "Emotionen können im Fußball immer mal wieder vorkommen", misst Demirovic den Vorkommnissen keine große Bedeutung zu und fügte mit etwas Schmunzeln an: "Ich bin da ja auch immer irgendwie mit drin." Auch im Testspiel, als Demirovic das ein oder andere Mal mit Celtas Ilaix Moriba aneinandergeraten war.
Demirovic freut sich auf Fenerbahce
Nicht nur deshalb erwartet Demirovic gegen die Galicier eine "herausfordernde Aufgabe". Die aber gemeistert werden soll, das Ziel ist es, die Ligaphase zu überstehen. Bis zur möglichen K.-o.-Phase stehen für Demirovic noch weitere Highlight-Spiele an, eines hat er sich ganz besonders dick im Kalender angestrichen: das Auswärtsspiel am 23. Oktober bei Fernebahce Istanbul. "Das kann schon sehr heiß und sehr hitzig werden", blickt Demirovic auf die aller Wahrscheinlichkeit nach prickelnde Atmosphäre. "Ich habe dort noch nie gespielt, deshalb freue ich mich darauf ganz besonders."