Mit einer einstimmig getroffenen Entscheidung hat der DFB-Jugendausschuss Kickers Offenbach den Status als Leistungszentrum (LZ) entzogen. Als Grund nennt der Verband "die Nichterfüllung von wesentlichen Voraussetzungen", die in der DFB-Jugendordnung und in den Richtlinien für die Errichtung und Unterhaltung von Leistungszentren der Teilnehmer von Lizenzligen verankert sind. Bereits seit einigen Tagen stand die Streichung dieses wichtigen Förderstatus im Raum.
Wie die Offenbach Post zuerst berichtete, habe es im LZ des OFC einen Wechsel des Führungspersonals gegeben. Darüber habe es zwischen Verein und Verband offenbar einen Austausch gegeben. Nach kicker-Informationen sei aber vielmehr ausschlaggebend gewesen, dass der OFC gegenüber dem Verband unrichtige Angaben gemacht habe, um den LZ-Status zu behalten.
Talente vor dem Absprung
Durch die Entscheidung des DFB entgeht den Kickers nicht nur eine jährliche Fördersumme im Bereich von 50.000 bis 125.000 Euro, sondern auch der Ruf als gutes Sprungbrett für talentierte Nachwuchskicker nimmt schweren Schaden. So ist zu vernehmen, dass bereits einzelne Offenbacher Talente über einen Wechsel in ein anderes LZ nachdenken. Im Rhein-Main-Gebiet ist die Auswahl groß, so verfügen Eintracht Frankfurt, Mainz 05, Darmstadt 98, der SV Wehen Wiesbaden und der FSV Frankfurt über solche Talentschmieden. Bei Wechseln zwischen zwei LZs profitiert der abgebende Verein zudem von höheren Ausbildungsentschädigungen. Auch hier würden dem OFC künftig Einnahmen wegbrechen.
Doch noch kämpft Offenbach und noch ist die Entscheidung nicht rechtskräftig. Laut DFB haben die Kickers fristgerecht Beschwerde beim DFB-Präsidium eingereicht.