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"Die Atmosphäre ist vergiftet": Ulm-Kapitäne Reichert und Ortag bitten per Brief um Hilfe

kicker

"Wir müssen euch mit schwerem Herzen mitteilen, dass die Situation innerhalb des Teams mittlerweile unerträglich geworden ist. Die Atmosphäre ist vergiftet, das Vertrauen zerstört. Das Verhältnis zwischen Mannschaft, Trainer und vor allem dem Sportdirektor ist komplett zerrüttet." Mit diesen deutlichen Worten leiteten Johannes Reichert und Christian Ortag ihren Brief ein, den sie an die Aufsichtsräte und Unterstützer des SSV gerichtet haben.

Es droht der Abstieg in die Regionalliga

Nach dem Abstieg aus der 2. Liga drohen die Spatzen, direkt in die Regionalliga durchgereicht zu werden. Nach 14 Spielen in der 3. Liga stehen sie mit 13 Punkten auf Abstiegsplatz 18. Am Samstag gingen die Ulmer zu Hause mit 0:5 gegen den FC Hansa Rostock baden. So gravierend die Situation auch von außen scheinen mag, intern ist es wohl noch schlimmer, wenn man den Worten von Reichert und Ortag Glauben schenkt.

„Die Spieler stehen völlig schutzlos da. Sie bekommen keinerlei Rückendeckung, keine Unterstützung, kein Vertrauen.“ (Johannes Reichert und Christian Ortag)

"Die Spieler stehen völlig schutzlos da. Sie bekommen keinerlei Rückendeckung, keine Unterstützung, kein Vertrauen. Stattdessen werden sie intern und öffentlich zu Sündenböcken gemacht. Viele von uns sind am Ende ihrer Kräfte - seelisch, emotional und menschlich. Auch für uns persönlich ist die Situation kaum noch auszuhalten."

Deshalb richten die beiden langjährigen Kapitäne die Bitte an den Aufsichtsrat: "Handelt jetzt, bevor es zu spät ist." Es brauche im sportlichen Bereich einen "kompletten Neuanfang, um überhaupt noch die kleine Chance auf den Klassenerhalt zu wahren". Die Mannschaft benötige dringend Hilfe und Menschen, die an sie glauben. "Wir dürfen die Spieler nicht im Stich lassen - nicht als Sportler und nicht als Menschen."

Sie schließen ihr Schreiben mit den Worten: "Wir flehen euch an: Greift ein, steht uns bei und helft uns, den Karren wieder aus dem Dreck zu ziehen, bevor alles zu spät ist."

Oelmayer hat erst kürzlich Thiele den Rücken gestärkt

Mit diesem Hilferuf treffen Reichert und Ortag bei den Fans vermutlich einen Nerv, denn die Anhänger des SSV sind seit Wochen mit der sportlichen Führung unzufrieden und fordern einen Rauswurf des Geschäftsführers Markus Thiele. Jedoch hat Vorstandsmitglied Thomas Oelmayer seinem Kollegen erst kürzlich in einem ausführlichen Interview mit der Südwest Presse den Rücken gestärkt.

Es bleibt abzuwarten, wie die verantwortlichen Personen auf den Brief der Führungsspieler reagieren. In der Länderspielpause hat der Klub ein wenig Zeit, sich um die internen Probleme zu kümmern. Das nächste Spiel - Abstiegsduell beim TSV Havelse - steht erst am 22. November auf dem Programm.