Wie lief die vergangene Saison?
Von Platz drei bis neun war in der vergangenen Saison alles drin bei der TSG Hoffenheim. Trainer Theodoros Dedes beschwor dabei immer wieder die Entwicklung und dass man diese nicht an Tabellenplätzen festmachen wolle. Das wäre bei dem ständigen Auf und Ab auch schwer gewesen. Nach einer deutlichen Steigerung in der zweiten Saisonhälfte gelang der TSG aber doch noch eine positive Bilanz (zwölf Siege, zehn Niederlagen). Nachdem es am Ende sogar so ausgesehen hatte, als könne man noch mal Rang drei angreifen, stand letztlich immerhin ein solider 6. Platz zu Buche. Bemerkenswert dabei: Die TSG spielte im gesamten Saisonverlauf kein einziges Mal unentschieden.
Im Viertelfinale des DFB-Pokals fügten die Hoffenheimerinnen dem VfL Wolfsburg zudem die erste Niederlage seit über elf Jahren zu (1:0). Im Halbfinale war trotz einer 2:0-Führung gegen den FC Bayern jedoch Endstation (2:3).
Was war auf dem Transfermarkt los?
Auch in diesem Sommer fand einer der großen Hoffenheimer Umbrüche statt, weshalb die TSG fortan ohne einst wichtige Spielerinnen wie Ereleta Memeti, Jana Feldkamp, Fabienne Dongus, Julia Hickelsberger, Marta Cazalla und Mara Alber auskommen muss. In Sachen Neuzugänge geht Hoffenheim seinen Weg dennoch oder gerade deshalb weiter, verpflichtete vor allem junge Talente wie die 19-jährige Naomi Luyet von den Young Boys Bern, die in der abgelaufenen Saison zur besten Spielerin der Schweizer Super League gewählt worden war.
Auch von den weiteren Zugängen, Torhüterin Juliane Schmid (vom SCR Altach), Verteidigerin Laura Gloning (20, Bayern München II), Mittelfeldspielerin Valesca Ampoorter (21, Oud-Heverlee Leuven) und Stürmerin Linda Natter (20, First Vienna FC), ist keine älter als 21 Jahre. Lediglich Innenverteidigerin Wielle Douma (Young Boys Bern) sticht mit ihren 25 Jahren ein wenig heraus.
Auf wen kommt es besonders an?
Mit der zur Außenverteidigerin umfunktionierten Jill Janssens, Torhüterin Laura Dick und Angreiferin Melissa Kössler haben drei Stammkräfte ihre Verträge verlängert, die in der neuen Saison wichtige Rollen im Hoffenheimer Spiel einnehmen werden. Hinzu kommt Nationalspielerin Selina Cerci, deren Entwicklung vor und im Laufe der Europameisterschaft einen steilen Aufschwung genommen hat. Ihre 16 Saisontore brachten ihr am Ende - gemeinsam mit Wolfsburgs Lineth Beerensteyn - die Torjägerkanone ein. Auf die Erfahrung dieser vier Spielerinnen könnte es mit Blick auf das junge Hoffenheimer Team maßgeblich ankommen.
Die kicker-Prognose
Nachdem sich die TSG in der vergangenen Saison sukzessive steigern konnte, soll die Entwicklung in dieser Saison trotz des Personalwechsels vorangetrieben werden. An die großen Zeiten, als man sich mit Frankfurt um den 3. Tabellenplatz und die Champions-League-Qualifikation duellierte, wird Hoffenheim aber noch nicht anknüpfen können. Es läuft auch in der neuen Saison auf einen soliden Mittelfeldplatz hinaus.