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Die letzte Berner Monsterserie droht auch zu reissen

kicker

Am 22. Mai 2016 war es zum letzten Mal der Fall: Der FC Basel besiegte die Young Boys auf Kunstrasen. Die Torschützen für Rotblau waren damals Matias Delgado sowie zweimal Jean-Paul Boetius. Seither ist die Reise von Basel nach Bern stets eine unerfreuliche. YB gewann oder im Optimalfall schaute aus rotblauer Sicht immerhin ein Unentschieden heraus. Doch am kommenden Wochenende sind die Ambitionen der Bebbi gross, der Sieg im Wankdorf soll her. Das hat auch Xherdan Shaqiri im Interview nach dem Sieg über den FCZ klargemacht: "Wir werden alles geben, auch wenn wir wissen, dass es nicht einfach wird. Spiele in Bern auf dem Kunstrasen sind immer schwierig. Wir wollen aber dorthin reisen und endlich wieder einmal die drei Punkte holen." Es werde Zeit, wieder einmal in Bern zu gewinnen.

Die Vorzeichen für einen FCB-Sieg im Wankdorf sind tatsächlich nicht schlecht. Man ist versucht zu sagen, wenn sogar der FC St.Gallen nach rund 20 Jahren wieder in Bern gewinnen kann, warum auch nicht der amtierende Schweizer Meister. Bislang hinterlässt der FC Basel den stabileren Eindruck in der laufenden Saison - auch wenn die beiden Mannschaften nur drei Punkte trennen.

Hinzu kommt, dass YB am Freitagmittag noch Trainer Giorgio Contini entlassen hat. Der 51-Jährige, der im vergangenen Dezember die Mannschaft übernommen hatte und dank starken Leistungen in die Championship-Round führte, wird also am Sonntag nicht mehr auf der Trainerbank Platz nehmen. Mit Gerardo Seoane kommt ein alter Bekannter, zuletzt machte er bei Borussia Mönchengladbach allerdings nicht gerade Werbung in eigener Sache.

Rotblau konnte das erste Direktduell der Saison für sich entscheiden. Mit 4:1 verloren die Young Boys im St. Jakob-Park. Nach einer Tätlichkeit von Edimilson Fernandes lief das Spiel deutlich in die Richtung der Hausherren. Am Donnerstagabend haben sich die Berner ausserdem selbst geschwächt. Tanguy Zoukrou und Saidy Janko sahen die Rote, beziehungsweise Gelb-Rote Karte. Beide Verteidiger werden gesperrt fehlen, dazu ist weiter unklar, ob es Captain Loris Benito bereits für einen Einsatz reicht. Auch Gregory Wüthrich fehlt der Hintermannschaft des BSC derzeit verletzt. Seoane muss also in der Abwehr kreativ werden, während Ludovic Magnin weiter aus dem Vollen schöpfen kann. YB ist also wahrlich auf die Heimstärke angewiesen, soll die Monsterserie aufrechterhalten werden.

Geht es so weiter, fällt YB schon in einer Woche aus dem Meisterrennen

Noch drei Spiele stehen bis zur nächsten Länderspielpause auf dem Programm. Diese drei Spiele könnten sowohl für den Verein wegweisend werden. Im schlimmsten Fall könnten sich die Young Boys in gut einer Woche die Meisterschaft abschminken.

In der Liga stehen komplizierte Partien an. Nach dem Heimspiel gegen den FCB steht die Auswärtspartie in St.Gallen auf dem Programm. Beziehen die Berner zwei Pleiten, weisen die zwei Gegner der Berner zwischen sechs und neun Punkten Vorsprung auf. Dazu könnte Leader Thun seinen Platz an der Spitze von derzeit sieben Zählern bis auf deren 13 Punkte ausbauen. Ein YB in der aktuellen Verfassung würde damit aus dem Meisterrennen fallen und das bereits Anfang November.

Zwischen den beiden Super-League-Partien steht für die Young Boys eine Reise nach Griechenland auf dem Programm. In der Europa League müssen die Bundesstädter bei PAOK ran. Auch das ist eine äusserst schwierige Aufgabe. Mit sechs Punkten aus drei Partien sieht die Tabelle auf europäischem Parkett für die Berner derzeit freundlich aus, doch die Aufgaben werden immer schwieriger. Es wäre enorm hilfreich, würde der BSC in Griechenland punkten - am besten dreifach.

Damit die Berner Young Boys die kommende Woche einigermassen schadlos übersteht, müsste zwingend die längst geforderte Leistungssteigerung her. Mit einem Abwehrverhalten wie zuletzt gegen die beiden Zürcher Vereine droht ein Desaster. Contini liess zudem durchblicken, dass er mit der Einstellung seines Teams in der Partie gegen den GCZ nicht restlos zufrieden war. Das sind Muster, die bei den Young Boys zuletzt immer wiederkehren. Mehrere gute Partien am Stück sind den Bernern noch nicht gelungen und genau das wird jetzt benötigt.

Auch für Basel stehen wegweisende Partien an

In der nächsten Woche steht aber nicht nur für YB viel auf dem Spiel, sondern auch der FC Basel ist dringend auf Punkte angewiesen. Thun liegt in der Tabelle vier Punkte vor dem FCB. Das beunruhigt in der Nordwestschweiz zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht viele Menschen, doch dieser Rückstand sollte nicht weiter anwachsen. Dafür sind Siege unerlässlich, denn die Berner Oberländer punkten fleissig.

Die Partien in Bern und das Heimspiel gegen Lugano sind allerdings Begegnungen, in denen Siege nicht einfach so budgetiert werden können. In Bern verliert Rotblau schliesslich häufig und gegen Lugano hat der FCB in dieser Saison bereits einen katastrophalen Auftritt hingelegt. Die 1:3-Niederlage im Tessin war laut Ludovic Magnin einer von zwei schlechten Auftritten der Bebbi in dieser Saison. Der andere folgte am letzten Sonntag bei der 1:5-Klatsche auswärts gegen Lausanne-Sport. Der FC Basel muss sich also in der kommenden Woche von der besten Seite präsentieren, wenn er die Länderspielpause in Ruhe angehen möchte.

Wie beim BSC steht auch beim FCB unter der Woche ein Europa-League-Spiel auf dem Programm. Während die ersten drei Partien gegen Gegner aus den Topligen eher als Bonusspiele zu werten waren, wird es jetzt für den FC Basel richtig ernst. Im Heimspiel gegen den FCSB aus Bukarest sind drei Punkte fast schon Pflicht, wenn die Zwischenrunde erreicht werden soll. Auf dem Papier ist die Aufgabe gegen die Rumänen die einfachste in der ganzen Ligaphase. Hier darf sich der FC Basel für einmal ein Vorbild an der Saison der Berner nehmen, denn die Young Boys konnten in Bukarest einen Sieg feiern.

Zunächst gilt der ganze Fokus dem Duell zwischen Bern und Basel. Die beiden Dominatoren der letzten Jahrzehnte treffen einmal mehr aufeinander und das Spiel hat in der Vergangenheit oft für viel Spektakel gesorgt. Trotz oder vielleicht gerade wegen der anderen Vorzeichen darf sich die Fussballschweiz auf dieses packende Spiel am Sonntag freuen.