Nach den bitteren Niederlagen von YB und Basel in der Europa League und dem frühen Cup-Aus gleich mehrerer Super-League-Klubs wird die Kritik am Zustand des Schweizer Klubfussballs lauter. Im blue Sport-Studio analysieren die Experten Pascal Zuberbühler und Philippe Montandon die Situation und nehmen kein Blatt vor den Mund.
Zuberbühler, einst Nationaltorhüter und Meister mit GC und Basel, spricht von einer deutlichen Entwicklung in die falsche Richtung:
„"Ich will den Schweizer Klub-Fussball nicht kleinreden, die Schweizer Liga ist aber nicht mehr da, wo sie einmal war. Das muss man klar sagen."“ (Pascal Zuberbühler, blue Sport, 28.09.2025)
Zwar könne es im Cup immer mal wieder Überraschungen geben, doch die schwachen internationalen Leistungen müssten ein "Augenöffner" sein. Die Gründe für den Leistungsabfall seien vielfältig - eine tiefere Analyse brauche "eine ganze Sendung".
Auch Montandon sieht ein grundlegendes Problem in der Liga, vor allem das Fehlen eines Vorbildklubs wie der FC Basel in seinen Glanzzeiten: "Es fehlt aktuell das Aushängeschild, wie es Basel über mehrere Jahre war, damit sich die anderen Mannschaften vom Niveau her daran orientieren können."
Das frühe Cup-Aus zahlreicher Super-League-Klubs führt der 43-Jährige auf eine Mischung aus sportlicher Krise und der Stärke der unterklassigen Gegner zurück: "Ein Ausscheiden sei in solchen Fällen nicht unwahrscheinlich."
Am kommenden Donnerstag bietet sich mit dem zweiten Europacup-Spieltag die nächste Chance zur Wiedergutmachung. Basel trifft im heimischen St. Jakob-Park auf den VfB Stuttgart, YB reist zu FCS Bukarest. Auch Lausanne-Sport greift gegen Breidablik (ISL) in der Conference League erstmals ins internationale Geschehen ein.