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Doorsoun scherzt über USA-Abenteuer: "Ich war eine der Langsameren in der Liga"

kicker

Gerade mal ein halbes Jahr war Sara Doorsoun weg. Schnell mal eben einen Kindheitstraum erfüllen in den USA, im Trikot des Angel City FC in Los Angeles (acht Spiele). Doch schneller als erwartet ist die 34-Jährige wieder da, hat im Januar erneut bei Eintracht Frankfurt unterschrieben.

"Ich treffe Entscheidungen mit dem Herzen, und es gab im letzten halben Jahr keinen Moment, in dem ich nicht an Frankfurt gedacht habe. Als die Saison in LA im November vorbei war, und ich nach Frankfurt zurückgekommen bin, war ich fast die ganze Zeit im Stadion und habe so viel Anerkennung bekommen, Fragen, wann ich zurückkomme. So viel Wertschätzung habe ich noch nie erhalten. Und dann ging alles sehr schnell. Ich fühle mich einfach gut, wieder hier zu sein", gibt Doorsoun Einblicke in ihre Gefühlswelt.

Trotzdem bereue sie keine Sekunde von ihrem Amerika-Abenteuer: "Anfangs hatte ich ein paar Schwierigkeiten. Die Liga, der Fußball ist komplett anders, sehr athletisch, sehr schnell. Ich war eine der langsameren Spielerinnen in der Liga", lacht Doorsoun. Auch die Mentalität sei anders, viel lockerer, man nehme nicht alles so ernst und genau. Nicht gerade vergleichbar mit deutschen Tugenden. "Aber ich habe mich hinten raus trotzdem sehr wohlgefühlt", stellt die Verteidigerin klar.

Hohe Qualität, wenig Struktur

Von der Eintracht wurde Doorsoun mit offenen Armen empfangen. "Gefühlt war sie gar nicht weg", schmunzelt Niko Arnautis. "Und sie hilft enorm mit ihrer Erfahrung, ihrer Qualität, ihrer Ausstrahlung und Persönlichkeit", fügt der Trainer an. "Meine Rolle hat sich nicht verändert, ich bin immer noch die dienstälteste Spielerin", stimmt Doorsoun ein. "Ich möchte immer noch genauso viel Verantwortung übernehmen. Ich sehe Dinge auf dem Platz anders als der Trainer von außen, deshalb versuche ich zu coachen und den jungen Spielerinnen etwas von meiner Erfahrung mitzugeben."

Nach anfänglichen Bedenken habe sich alles schon nach der ersten Trainingseinheit wieder angefühlt wie immer. Und auch der Eindruck von ihrem neuen, alten Team ist durchweg gut. Wo man ansetzen muss, hat Doorsoun bereits ausgemacht: "Die Qualität ist wirklich gut, und auch die Spiele waren nicht schlecht. Das Problem ist, dass man bislang immer drei, vier Tore schießen musste, um zu gewinnen, weil man die Arbeit nach hinten vergessen hat, die Basics. Nicht die Qualität fehlt, es fehlt die Struktur auf dem Platz, und dass es Spaß macht zu verteidigen. Da sehe ich mich in der Verantwortung."

An der fehleranfälligen Defensive (28 Gegentore in 14 Spielen) habe man in der Vorbereitung gearbeitet, berichtet Arnautis. "Und mit Sara haben wir jetzt eine weitere Schlüsselspielerin, die der Mannschaft noch mal eine gewisse Stabilität geben wird. Von daher glaube ich, dass wir sehr gut aufgestellt sind."

Da Innenverteidigerin Amanda Ilestedt aktuell verletzungsbedingt noch ausfällt, hätte Doorsouns schnelle Rückkehr in die Startelf gegen Hoffenheim wohl nichts entgegengestanden. Wegen der witterungsbedingten Absage aber muss sich die 34-Jährige noch etwas gedulden. "Ich bin echt traurig, dass wir nicht spielen. Es hatten sich 15 Freundinnen angekündigt, um mein Comeback zu sehen", sagt Doorsoun mit einem Augenzwinkern.

Klare Ziele, deutliche Worte

Für den weiteren Verlauf der Restrunde, die für die Eintracht nun erst am 1. Februar bei RB Leipzig startet, hat Arnautis indes klare Ziele - obwohl die Spielzeit nach dem Umbruch im Sommer bislang etwas unrund verläuft: "Wir wollen am Ende der Saison in drei Wettbewerben erfolgreich sein. Im Europa Cup und im DFB-Pokal wollen wir bis zum Ende dabei sein, und in der Liga wollen wir uns wieder international qualifizieren."

Doorsoun wird noch deutlicher: "Es liegt nur an uns. Wenn wir das auf den Platz bringen, was wir können, bin ich fest davon überzeugt, dass es auch dieses Jahr mindestens für Platz 3 reichen wird." Ziele deutlich zu formulieren, davon ist die Innenverteidigerin ein erklärter Fan: "Vielleicht fehlt auch das hier aktuell ein bisschen."

Viele Gerüchte, wenig Beachtung

Dass derzeit auch viele Gerüchte um Leistungsträgerinnen wie Elisa Senß, Nicole Anyomi, Laura Freigang und Geraldine Reuteler kursieren, sieht Arnautis gelassen: "Wenn wir umworbene Spielerinnen haben, spricht das ja dafür, dass sie sich hier sehr gut entwickeln. Dadurch, dass es mittlerweile sehr viele Gerüchte gibt, kann man ja davon ausgehen, dass viele gar nicht stimmen. Von daher beschäftigen wir uns damit wenig", erklärt Arnautis, für den es am Ende primär um Kommunikation geht, dass man "offen und ehrlich miteinander spricht".

Dass die Eintracht selbst noch einmal auf dem Transfermarkt tätig wird, schließt Arnautis nicht aus. "Wir sind sehr zufrieden mit unserer Mannschaft, aber wenn es sinnvolle Sachen gibt, kann man darüber sprechen."