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Dritter Anlauf: Eitschberger will's wissen

kicker

Das Lob kam aus berufenem Munde, aus dem des Trainers nämlich. "Eitschi gibt in jedem Training Vollgas", lobte Cristian Fiel. "Er hat eine super Dynamik, schaltet sich viel nach vorn ein und ist im Zweikampf griffig." Das klang gut damals im Hertha-Sommercamp im Juli 2024 im österreichischen Walchsee, das klang nach mehr, aber Fiels Eloge auf das soeben von der Leihe zum Halleschen FC zurückgekehrte Hertha-Eigengewächs alterte nicht besonders gut.

Im August verlieh der Hauptstadtklub Julian Eitschberger an Drittligist Rot-Weiss Essen, wo er eine auffällige Saison hingelegt und den Sprung in die kicker-Elf der Saison in der 3. Liga geschafft hat. Jetzt ist Eitschberger zurück in Berlin, und dieser Anlauf - der dritte - soll gelingen.

Erst Halle, dann Essen: Die Lehre in der 3. Liga brachte viel

Der Engländer Jonjoe Kenny, an dem vor Jahresfrist rechts hinten kein Vorbeikommen war, ist inzwischen zu PAOK Saloniki weitergezogen. U-20-Nationalspieler Eitschberger hat nach der lehrreichen Saison 2023/24 bei Drittliga-Absteiger Halle in Essen weiter an Profil und Reife gewonnen. "In Essen war die Hinrunde nicht einfach, aber wir haben dann echt eine gute Rückrunde gespielt", sagt er. "Es war alles dabei. Du schulst dich im Defensiven, bist kämpferisch aktiv in der 3. Liga, spielst auch mit dem Ball. Dadurch hab' ich vieles gelernt."

Als Dampfmacher ("Ich bin ein dynamischer Spieler und habe viel Energie") auf der rechten Schiene könnte ihm das von Hertha-Trainer Stefan Leitl derzeit favorisierte 3-5-2 liegen. Eitschbergers Draht zu Leitl ist gut: "Wir hatten das eine oder andere Gespräch, als ich noch in Essen war. Ich hab' mich dann dazu entschlossen, hier wieder dabeizusein und anzugreifen. Ich will mich reinkämpfen."

Unter Magath debütierte er - auf der "falschen" Seite

Konkurrent Deyovaisio Zeefuik fehlt aktuell wegen einer Wadenblessur, Eitschberger wird in den Tests viel Spielzeit bekommen. Er überlässt nichts dem Zufall, sondern hat auch im Urlaub mit einem Personal Coach gearbeitet, "um meine Qualitäten auszubauen und ein bisschen an meinen Schwächen zu arbeiten".

Eine dritte Leihe, unterstreicht der 21-Jährige, werde es nicht geben. Er will sich diesmal behaupten und mit Hertha in die Bundesliga: "Wir haben ein klares Ziel ausgemacht. Wir wollen aufsteigen. Das verfolgen wir als Team. Jeder will auf den Zug aufspringen und für den Verein alles geben, um wieder in die 1. Liga zu kommen."

Im April 2022 hat er unter Felix Magath in der Bundesliga debütiert, im Derby gegen Union (1:4), als linker Außenverteidiger anstatt auf der angestammten rechten Seite. Zur Halbzeit war damals Schluss, Maximilian Mittelstädt ersetzte ihn - der Mann, der nach seinem Wechsel 2023 von Hertha zum VfB Stuttgart Nationalspieler wurde. "Maxi kommt aus Staaken, ich komm‘ aus Staaken", erklärt Eitschberger. "Wir haben ein paar Parallelen. Ich freu‘ mich sehr für ihn. Das kann natürlich bei mir auch so gehen."

Der Fahrplan: Stammplatz, Aufstieg, A-Nationalmannschaft

Der Traum von der A-Nationalmannschaft - Julian Eitschberger träumt ihn. "Ich hab‘ die Jugend-Nationalmannschaften alle durchlebt. Man muss sich im Leben auch individuelle Ziele setzen", findet er. "Das ist einfach der nächste Schritt." Womöglich eher der übernächste. Zunächst muss er sich bei Hertha durchsetzen, ab sofort in der 2. Liga und - beim Einhalten des ausgegebenen Fahrplans - ab Sommer 2026 in der Bundesliga. "Seitdem ich 15 bin, bin ich hier auf dem Gelände hoch- und runtergelaufen", sagt Eitschberger. "Ich hatte schonmal das Erlebnis, im Olympiastadion zu spielen, aber eine ganze Saison noch nicht. Eine ganze Saison vor heimischer Kulisse zu spielen, ist ein Traum von klein auf." Er war noch nie so dicht davor wie im Moment.