Die Hinrunde des TSV 1860 München glich streckenweise einer Achterbahnfahrt: Nach einem soliden Saisonstart, flachten die Leistungen ab, Trainer Patrick Glöckner wurde entlassen und durch Markus Kauczinski ersetzt. Vor der Winterpause fing sich die Mannschaft und gewann vier Spiele in Folge, ehe es im letzten Spiel vor der Winterpause eine schmerzliche 0:2-Niederlage gegen den SC Verl setzte. Die wohl einzige Konstante in der Saison, auf die die Verantwortlichen der Löwen gerne verzichten würden, ist die scheinbar endlose Verletztenliste.
Verletzungsmisere zieht sich weiter durch
Nach dem Trainingslager in Belek durften die Spieler ein verlängertes Wochenende genießen, während Kauczinski im Studio des BR über die anstehenden Aufgaben sprach: "Top-Bedingungen, super Rasen, viel Zeit miteinander", dazu am Freitag der 4:1-Testspielsieg gegen den Schweizer Erstligisten FC Winterthur.
Einen Wermutstropfen müssen die Giesinger jedoch hinnehmen: Abwehrspieler Sean Dulic, in der Hinrunde der Dauerbrenner der Löwen, verletzte sich kurz vor Spielende und wird den Rückrundenauftakt gegen Rot-Weiss Essen verpassen. Eine genaue Diagnose kann Kauczinski noch nicht preisgeben: "Er wird ausfallen, es ist ihm reingefahren - egal ob Zerrung oder Muskelfaserriss. Was Sean für eine Verletzung genau hat, können wir erst nach der MRT-Untersuchung sagen. Er ist geschubst worden und leider hängengeblieben."
Wieder zur Verfügung stehen Kilian Jakob (nach Muskelverletzung), Morris Schröter (nach Sehnenriss) und Raphael Schifferl (nach Beinverletzung). Fehlen werden demnach weiterhin Jesper Verlaat (Muskelverletzung), Tunay Deniz (Kreuzbandriss), Max Christiansen (OP), Sigurd Haugen (Kieferbruch) sowie Manuel Pfeifer (muskuläre Probleme).
Kauczinski sucht nach Antworten
Eine genaue Antwort auf die Häufigkeit an Muskelverletzungen sucht Kauczinski derweil noch: "Ich versuche ein Muster zu finden. Es waren auch Wettkampfverletzungen dabei, ein, zwei Sachen von Rekonvaleszenten. Sean Dulic war ein bisschen unachtsam, nach einer halben Stunde merkte er, da macht etwas zu. Er wollte es über die Zeit bringen, schaffte es aber nicht. Wir hinterfragen das schon, haben es aber noch nicht gefunden."
Trotz der langen Verletztenliste sind die Löwen mit nur vier Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz in Schlagdistanz zu den Aufstiegsrängen. Dass sich die Fans den Aufstieg in die 2. Bundesliga herbeisehnen, kann Kauczinksi verstehen, betrachtet die aktuelle Lage dennoch nüchtern: "Es bringt mir nichts, auf das Bergkreuz zu schauen, wenn ich noch so viele Etappen vor mir habe."
Einen ersten Schritt zur Erklimmung des Berges können die Löwen im Heimspiel am Samstag um 14 Uhr (LIVE! bei kicker) gegen Aufstiegskonkurrent Rot-Weiss Essen machen.