Sven Sonnenberg erholt sich aktuell von einer schweren Verletzung: Der FCS-Kapitän hat sich bei einem Zusammenprall im Training die linke Augenhöhle gebrochen. Er ist aber auf dem Weg der Besserung: "Es geht mir schon wieder besser. Ich habe keine Schmerzen mehr. Die Schwellung ist deutlich zurückgegangen. Das einzige Problem ist, dass die linke Gesichtshälfte noch taub ist", sagte er in einem Interview mit Saarbrückens Stadionsprecher Christoph Tautz, das auf dessen gleichnamigen YouTube-Kanal veröffentlicht wurde.
Sonnenberg will im Derby auf den Platz zurückkehren
So schlimm sich die Verletzung auch anhören mag, der Innenverteidiger kennt sich mit Gesichtsverletzungen bereits aus und ist guter Dinge, dass er schon früh im Dezember auf den Platz zurückkehrt: "Der Plan ist, dass Montag die Fäden gezogen werden und ich Dienstag die Maske abhole. Ob es dann geht, muss ich noch testen. Dadurch, dass ich nicht operiert werden muss, sollte es nicht mehr allzu lange sein." Er fasst das Derby gegen Waldhof Mannheim (7. Dezember) als Comeback-Ziel ins Auge. Einen derartigen Bruch solle man zwar "nicht auf die leichte Schulter nehmen", aber "man will natürlich jedes Spiel spielen - gerade das Derby".
Schon am vergangenen Wochenende beim 0:2 gegen 1860 München - das achte sieglose Ligaspiel in Serie - war Sonnenberg zum Zuschauen verdammt. Er verfolgte die letzte Partie unter der Leitung von Alois Schwartz also von außen und sah, was die Saarbrücker Fans schon seit Monaten beobachten: "In den letzten Spielen hat man die Spielfreude vermisst."
„Ich glaube, wenn der Ansatz offensiver wird und wir zu mehr Chancen kommen, dass wir defensiv auch wieder besser dastehen.“ (Sven Sonnenberg)
Dabei sei das Verhältnis zum Trainer hochprofessionell gewesen. Sportlich stellte Sonnenberg seinem ehemaligen Chef aber nicht gerade ein gutes Zeugnis aus. Er sagte unter anderem, dass man sich in den vergangenen acht Spielen "spielerisch gar nicht weiterentwickelt habe" und er stellte die defensive Herangehensweise infrage: "Ich glaube, wenn der Ansatz offensiver wird und wir zu mehr Chancen kommen, dass wir defensiv auch wieder besser dastehen."
Die Schwartz-Entlassung zeigt schnell Wirkung
Gleichzeitig stellte Sonnenberg aber auch klar, dass die Spieler selbst in der Hauptverantwortung seien: "Es ist so viel Luft nach oben, auch von uns als Mannschaft. Das ist jetzt eine Chance, aber wir sind natürlich auch in der Verantwortung, etwas zurückzugeben." Er sei fest davon überzeugt, dass die Mannschaft in der Lage sei, das Ruder rumzureißen. Erste positive Entwicklungen sieht er schon jetzt, wenige Tage nach der Entlassung von Schwartz: "Ich habe sie gestern beim Training gesehen und da war wirklich ein anderer Zug drin. Ich kann gar nicht erklären, warum das so war, aber man spürt, dass jeder wirklich brennt." Worte, die tief blicken lassen.
Bis zur Winterpause übernimmt Sportdirektor Jürgen Luginger interimsweise auch das Traineramt in der saarländischen Landeshauptstadt. Dass der 57-Jährige schon zuvor in der Amtszeit von Schwartz sehr nah an der Mannschaft dran war, schätzt Sonnenberg positiv ein: "Jürgen läuft eigentlich die ganze Zeit schon mit und ist auch immer wieder in der Kabine und bei den Besprechungen dabei gewesen. Dementsprechend kann er mit am besten einschätzen, wie wir drauf sind und auch, wie die Stimmung in der Mannschaft ist."
Sonnenberg: "Das können nur die kommentieren, die wirklich dabei waren"
Inwiefern aber sich die Stimmung in der Kabine nach den turbulenten vergangenen Wochen - Stichwort: Köpfe rasieren - tatsächlich wieder aufgebessert hat, konnte und wollte der Kapitän nicht kommentieren. Zu dem Thema hielt er sich bedeckt: "Die Spieler, die betroffen waren, haben sich natürlich gefragt, woher das kommt und ob das stimmt. Das ist menschlich. Der Trainer hat es aber am selben Tag noch dementiert und gesagt, dass die Worte so nie gefallen sind. Das müssen wir am Ende akzeptieren. Was da gesagt wurde oder nicht, können nur die Personen, die wirklich dabei waren, kommentieren."
„Wir dürfen nicht leichtsinnig sein. Wir haben nur drei Punkte Vorsprung.“ (Sven Sonnenberg)
Mit Blick auf die anstehenden Aufgaben richtet Sonnenberg den Blick eindeutig eher nach unten. Nach acht Spielen ohne Sieg von den Aufstiegsplätzen zu träumen, wäre wohl auch ein wenig vermessen: "Wir dürfen nicht leichtsinnig sein. Wir haben nur drei Punkte Vorsprung. Das ist jedem bewusst. Wichtig ist, dass wir da jetzt schnell rauskommen. Der Blick nach oben ist aktuell nicht da. Wenn man die letzten Spiele gesehen hat, war das einfach in allen Belangen zu wenig. Deswegen sollte man die Situation schon ernst nehmen."
Am Samstag (14 Uhr) beim Heimspiel gegen Rot-Weiss Essen und kommende Woche Sonntag beim Derby in Mannheim erwartet der 26-Jährige von seinem Team, dass "die Basics" wieder auf dem Platz sichtbar sind. Man solle in der kurzen Zeit "keine Wunderdinge erwarten", aber über "Einsatz, Wille, Leidenschaft" könne wieder Vertrauen ins eigene Spiel gewonnen werden.