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Ein Déjà-vu und viel Druck: Senegals Weg ins Finale

kicker

Die Bedeutung war vor vier Jahren allein schon deshalb größer, weil es um den Titelgewinn ging. Und auch sonst hielten sich die Parallelen der beiden Partien zwischen dem Senegal und Ägypten in Grenzen. Damals, beim Afrika-Cup 2022, gewannen die Teranga-Löwen das Finale nach dem Elfmeterschießen mit 4:2, heute gab es ein 1:0 nach 90 Minuten.

Doch eines blieb gleich: Damals avancierte Sadio Mané, der anschließend zum FC Bayern wechselte, zum Helden, der den letzten Elfer verwandelte. Jetzt war der 33-Jährige erneut die Schlüsselfigur, die das entscheidende Tor zum Sieg erzielte. Er ist zur Nemesis für die Pharaonen geworden und nur noch einen Sieg vom seinem zweiten Triumph beim Afrika-Cup entfernt.

Für viele Spieler dürfte es ein Dèjà-vu gewesen sein: Immerhin boten die Senegalesen mit Mané, Edouard Mendy und Co. sieben Profis auf, die bereits 2022 dabei waren, bei den Ägyptern waren es inklusive Mohamed Salah und Omar Marmoush gar elf. Und auch von der Anlage her hat sich wenig verändert. Damals wie heute wartet Ägypten in einem kompakt angeordneten 4-3-3-System ab, verlässt sich auf seine starke Abwehr, seine mentale Stärke und seine schnellen Angreifer.

Der Senegal, optisch überlegen, mehr Chancen, offensive Einstellung, will das Tor, trifft es aber lange Zeit nicht. Ein Duell auf Augenhöhe. Und das trotz des Umstandes, dass die Senegalesen ab der 23. Minute ohne Kalidou Koulibaly auskommen mussten, der 34-Jährige hatte sich im Adduktorenbereich verletzt. Dass der Kapitän im Finale fehlt, ist wegen seiner Gelben Karte jedoch so oder so beschlossen. Doch gegen Ägypten wurde deutlich, dass das Team selbst auf den Ausfall eines seiner wichtigsten Akteure reagieren kann.

Die Mannschaft zeigte gegen Botsuana und Benin (jeweils 3:0), dass sie sich auch gegen defensiv eingestellte Gegner ohne Probleme durchsetzen, dass sie wie gegen Mali und Ägypten (jeweils 1:0) nur schwer zu überwindende Abwehrreihen auf unterschiedliche Arten knacken kann. Sie übt Druck aus, kann ihn ebenso beibehalten wie erhöhen.

Anführer Mané - und eine gute Bank

Zudem verfügt sie über eine gute Bank, doch während des Turniers darf sich vor allem die erste Reihe feiern lassen. Mané führt seine Mannschaft an, geht voran, auf und neben dem Platz. Seine Flanken kommen zwar nicht mehr so präzise wie einst und auch die Schüsse werden weniger und doch bleibt sein Einfluss auf das senegalesische Spiel enorm.

Am Sonntag hat der Altstar nach 2022 nun erneut die Chance, den Afrika-Cup zu holen. Damals, im eingangs erwähnten Endspiel gegen Ägypten, hatte der Ex-Münchner in der 7. Minute einen Elfmeter verschossen, war drauf und dran, binnen zwei Stunden vom Hoffnungsträger zum Pechvogel zu werden.

Doch damals wie heute war Mané derjenige, der den Erfolg sicherte - 2022 per Elfmeter, 2026 per Flachschuss, verdeckt vom ägyptischen Abwehrriegel, sodass der bis dahin aufs gesamte Turnier gesehen vorzügliche Pharaonen-Keeper Mohamed El-Shenawy kaum eine Chance hatte. Die Ägypter haben im Senegal ihren Meister gefunden.

Und der schickt sich an, dem Gastgeber am Sonntag die Homeparty zu vermiesen. Mit einem Pape Gueye im Mittelfeldzentrum, der nicht nur dem Spiel eine Richtung gibt, sondern wie beim 3:1 gegen den Sudan auch als Torschütze in Erscheinung tritt, in diesem Fall gar doppelt. Mit einem Nicolas Jackson, der mit seinen beiden Treffern beim 3:0 zum Auftakt gegen Botsuana einen starken Start erwischte, anschließend jedoch vor allem gegen den Sudan mit einer schwachen Chancenverwertung aufwartete und sich auch deshalb im Viertelfinale auf der Bank wiederfand. Und mit einem Mané, der seinen großen Triumph von 2022 wiederholen will.