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Eine Frage der Geduld - oder: Bundus neue Rolle bei Hannover

kicker

Mustapha Bundu war happy. Er habe nur Geduld gebraucht, erklärte der Offensivakteur von Hannover 96 nach seinem ersten Saisontor am 28. November. Die Niedersachsen hatten mit 3:0 gegen den Karlsruher SC gewonnen - und Bundu mit seinem Tor in der 77. Minute den dritten Treffer des Abends erzielt. "Geduld ist eine große Sache, nicht nur im Fußball", erklärte der 28-Jährige. Der Durchbruch bei seinem neuen Arbeitgeber schien ihm gelungen zu sein.

Bundu wechselte im vergangenen Sommer ablösefrei vom englischen Zweitligisten Plymouth Argyle nach Hannover. Der Nationalspieler aus Sierra Leone unterschrieb bei den Niedersachsen einen Dreijahresvertrag. "Mustapha bringt eine sehr gute Physis mit, die für seine Rolle in unserem System extrem wichtig ist. Dazu zählen ein gutes Tempo sowie ein starkes Durchsetzungsvermögen, bei dem ihm seine Körpergröße von knapp 1,90 Meter natürlich hilfreich ist. Er hat einen guten Abschluss, kann seine Mitspieler aber auch mit Vorlagen in Position bringen", schwärmte der damalige 96-Geschäftsführer Marcus Mann von seinem Neuzugang.

Keine Konstanz - und dann auch noch verletzt

Auch in der Saisonvorbereitung hinterließ Bundu den Eindruck, zu einer echten Verstärkung für 96 werden zu können. Aber in den Pflichtspielen konnte er seine Fähigkeiten bislang nicht konstant auf den Platz bringen. Daran änderte auch das Tor gegen den KSC nichts. Der erhoffte Leistungs-Schub blieb aus, der Spieler geriet wieder ins Stocken. Hinzu kam noch eine Ausfallzeit von mehreren Wochen wegen einer Knieverletzung. Auch das Trainingslager in der Türkei zu Jahresbeginn fand ohne Bundu statt.

Umso überraschender war seine Rückkehr in die Startelf der Hannoveraner ohne vorher nur eine Minute gespielt zu haben. Die 45 Minuten am 24. Januar gegen Fortuna Düsseldorf (2:1) gerieten jedoch zum Fiasko für Bundu, dem wirklich nichts gelingen wollte und der zur Pause für Elias Saad weichen musste. Im Nachhinein sieht es wohl auch Christian Titz so, dass er seinem Spieler keinen Gefallen getan hat. Der Trainer hatte sich von Bundus guten Trainingsleistungen in der Woche vor dem Düsseldorf-Spiel zu dessen Beförderung in die Anfangsformation verleiten lassen.

Bemerkenswert: Seit diesem Spiel findet Bundu keine Berücksichtigung mehr, wurde zuletzt in Magdeburg, gegen Kiel und in Berlin nicht mehr für den Kader nominiert. "Es tut mir leid für Mustapha. Er bringt sich gut ein. Ich weiß, wie schwer das für einen Spieler ist. Er ist aber stabil", erklärte Titz und führte weiter aus: "Es ist völlig normal, dass ich am Wochenende schwere Entscheidungen treffen muss. Ich kann nur 20 Spieler nominieren." Und mit den Leihen von Elias Saad vom FC Augsburg und Noah Weißhaupt vom SC Freiburg hat 96 in der Winterpause auf den offensiven Außenpositionen personell noch mal nachgelegt. "Das ändert aber nichts daran, dass Mustapha Qualität hat", betonte Titz.

Dem Spieler bleibt trotzdem nur die Zuschauer-Rolle. Daran wird sich auch am Sonntag (13.30 Uhr) im Heimspiel gegen Dynamo Dresden nichts ändern. Bundu braucht Geduld - mehr als je zuvor in Hannover.