Als Sporting-Youngster Rafael Nel in der Nachspielzeit der Verlängerung zum 5:0 einschoss, brachen im Estadio José Alvalade endgültig alle Dämme. Den portugiesischen Löwen war gegen Bodö/Glimt nicht einfach irgendeine Aufholjagd geglückt. Nein, sie war eine besondere: Als überhaupt erst sechstes Team des Wettbewerbs kam Sporting nach einem Hinspielrückstand von mindestens drei Treffern zurück und zog in die nächste Runde ein.
Vor dem Hintergrund dieses Ausmaßes rückten bei Schlüsselspieler Trincao die persönlichen Erfolge in den Hintergrund. "Das ist heute nicht wichtig", antwortete er A Bola hinsichtlich seiner zwei Vorlagen. "Wichtig ist der Sieg der Mannschaft." Ein Sieg für die Geschichtsbücher: "Wir haben etwas Historisches erreicht."
Trincao dankt Trainer und Fans
Dabei hatte noch vor einer Woche rein gar nichts für die Auferstehung der Portugiesen gesprochen. In Norwegen präsentierte sich der Stadtrivale Benficas harmlos wie mutlos. Weshalb sich fast zwangsläufig die Frage nach der 180-Grad-Wende stellte, die Sporting nicht nur im Ergebnis, sondern auch in der Art und Weise des Auftritts vollzog.
"Wir hatten die richtige Energie", erklärte Trincao, der zunächst seinen Coach Rui Borges und die Anhänger dafür verantwortlich machte: "Wir haben von der ersten Minute an daran geglaubt, der Trainer hat uns ebenfalls davon überzeugt und die Fans haben uns während des Spiels diese Energie vermittelt." So habe das Team "gemerkt, dass wir es schaffen können und das bis zum Schluss durchgezogen".
Mit dem Rücken zur Wand
Darüber hinaus sei zudem die vermeintliche Ausweglosigkeit der Situation ein Faktor. So sei die deutliche Hinspielniederlage nicht nur "eine Warnung" gewesen, sondern habe laut des 26-Jährigen "den nötigen Druck" erzeugt: "Wir wussten, dass es schwer werden würde, aber wir sind anders an das Spiel herangegangen und haben es geschafft."
Geschafft war auch der Portugiese selbst. Nach 120 Minuten im verregneten Lissabon ein nachvollziehbarer Zustand, ob dessen Trincao in Bezug auf Feierlichkeiten die Handbremse einlegte. "Ich werde die Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden genießen und mich ausruhen", hielt er sich zurück und überließ die Party den eigenen Anhängern: "Die Fans sollen es genießen, sie haben es sich verdient."