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Elversberg ein Topteam? Wagner: "Spielen nicht Micky-Maus-Ananas-Liga"

kicker

Das beste Zweitligaspiel, an dem er je mitgewirkt habe, wollte Lukas Petkov gesehen haben, "fußballerisch von beiden Mannschaften". Bei 85 Einsätzen, die der 24-Jährige für Fürth und Elversberg im Unterhaus bislang absolviert hat, kein völlig wertloses Prädikat. Und tatsächlich lieferte sich Elversberg im Topspiel gegen Hannover 96 - es traf der Dritte auf den Vierten - ein taktisch wie fußballerisch hochwertiges Duell auf Augenhöhe. 2:2 stand es am Ende.

Auch Vincent Wagner schwärmte nach Abpfiff am Sky-Mikrofon von einem "Spiel auf sehr hohem Niveau": "Es hat sehr viel Spaß gemacht von außen. Noch mehr Spaß gemacht hätte es natürlich, wenn wir gewonnen hätten", so der SVE-Coach. Die Punkteteilung sei "irgendwie verdient", so Wagner weiter, "aber wenn du fünf Minuten vor dem Ende führst, was auch verdient war angesichts der zweiten Halbzeit, willst du das Ding natürlich gewinnen."

Wagner kritisiert Standard-Gegentore

Zweimal war Elversberg in Führung gegangen, erst durch Petkovs Kopfball - "Ich bin eigentlich nicht das Mega-Kopfballungeheuer", witzelte der Torschütze -, später in Folge eines heiß diskutierten Elfmeters. Und zweimal glich Hannover nach einer Standardsituation aus. Was Wagner auf die Palme brachte: Bei den Standards habe sein Team "ein bisschen Lehrgeld bezahlt", gerade beim 2:2. "Das müssen wir zügig besser machen, denn das wird in dieser Liga sofort bestraft", mahnte der Trainer. Und doch habe sein Team genug Chancen gehabt, um sich mit dem Sieg zu belohnen.

„Hallo? Wir spielen nicht Micky-Maus-Ananas-Liga! Sondern 2. Bundesliga.“ (Vincent Wagner)

Ein Topteam sei seine Mannschaft gerade deshalb nicht, erklärte Wagner. "Denn wenn wir ein Topteam wären, dann gewinnen wir hier ganz souverän 2:0." Seiner Mannschaft habe ein "gutes Gamemanagement" gefehlt, so Wagner. Konkret am Beispiel der beiden Gegentore: In Hannovers Druckphase vor der Pause, in der das 1:1 fiel, "setzt man sich halt kurz auf den Ball und geht mit 1:0 in die Pause". Und vor dem 2:2 dürfe man dem Schiedsrichter "nicht die Gelegenheit geben, irgendwie einen Freistoß zu pfeifen."

In letzten drei Spielen "Lernfelder aufgezeigt"

Doch bei aller fehlenden Cleverness, eines wollte der 39-Jährige auch nicht zu kurz kommen lassen: "Wir haben eine unfassbar tolle Mannschaft, die geilen Fußball spielt und die einen brutalen Charakter hat", lobte Wagner. "Das ist für mich das Wichtigste!"

"Wir verbessern uns. Aber wir haben eben noch Lernfelder, die wurden uns in den letzten drei Spielen auch aufgezeigt", so der Trainer weiter. Gerade bei der 0:2-Niederlage in Bielefeld habe man "sechs Millionen Prozent Ballbesitz" gehabt, aber kaum Torchancen erspielt. Und beim Pokal-Aus bei Hertha BSC (0:3) unter der Woche habe man "jugendlich Lehrgeld" bezahlt.

"Aber ich meine: Hallo? Wir spielen auch nicht Micky-Maus-Ananas-Liga! Sondern 2. Bundesliga", erinnerte Wagner an die Umstände beim kleinsten Standort im deutschen Unterhaus und lobte: "Wir haben noch einiges zu tun. Aber wir sind auf einem guten Weg!" Dass der SVE-Trainer vorrechnete, es fehlten noch 17 Punkte zum Klassenerhalt, war angesichts des fußballerisch hochwertigen Duells am Freitagabend aber doch sehr tief gestapelt.