Bereits seit Wochen gilt das Interesse von Alemannia Aachen an Tolcay Cigerci von Energie Cottbus als verbürgt. In der vergangenen Saison überzeugte der Mittelfeldspieler auf ganzer Linie (15 Tore, 7 Assists, kicker-Notenschnitt 2,71), weshalb die Lausitzer ihren überragenden Akteur nicht ohne Weiteres abgeben wollen. Als "illusorisch" und "marktfremd" bezeichnete Aachens Kaderplaner Erdal Celik die Vorstellungen von Energie jüngst. "Der eine oder andere Verein hat wohl den falschen Eindruck, dass wir einen Goldesel im Tivoli verstecken", legte er in der Aachener Zeitung nach.
FCE-Präsident Sebastian Lemke konterte deswegen auf einer Talkrunde am Sonntagabend, wie Tag24 berichtet. "Man liest ja jeden Tag den Namen des Aachener Kaderplaners. Ich lese ihn für mich ein bisschen zu viel, weil er versucht, alles über die Presse zu klären, was für mich ein Unding ist", wählte er scharfe Worte in Richtung Celik. Bereits in der vergangenen Woche hatte Lemke ein telefonisches erstes Angebot des Vorjahres-Mitaufsteigers bestätigt. Das Gespräch sei aufgrund der unterschiedlichen finanziellen Vorstellungen aber "recht schnell beendet" gewesen.
Cigerci bis 2027 gebunden - Auch schon Kritik aus Köln
Bis 2027 ist Cigerci, den Energie vor einem Jahr aus Altglienicke geholt hatte, schließlich noch vertraglich an Energie gebunden: "Tolli hat einen Vertrag und da gibt es nun mal Regeln in Fußball-Deutschland. Und diese besagen, wenn der Spieler einen längerfristigen Vertrag hat, hat man erst mal mit dem Verein zu sprechen. Und das ist nicht passiert", erklärte Lemke. "Es wäre gut, wenn Herr Celik langsam mal seinen Mund hält und sich auf eine konstruktive Arbeitsweise beruft."
Es ist nicht das erste Mal, dass Aachens Kaderplaner den Unmut eines Ligakonkurrenten auf sich zieht. Bereits im April hatte der 37-Jährige in der Öffentlichkeit um die beiden Viktoria-Stürmer Lex-Tyger Lobinger und Serhat Semih Güler (mittlerweile Darmstadt) gebuhlt. Ein Verhalten, das am Kölner Höhenberg seinerzeit nicht gut angekommen war. "Da sieht man, dass er noch unerfahren und naiv ist", hatte Kölns Präsident Franz Wunderlich kommentiert.