Die Spatzen pfiffen es bereits zu Wochenbeginn von den Dächern, doch erst Mitte der Woche wurden die Gerüchte bestätigt: Die Zusammenarbeit zwischen Cheftrainer Michael Rohwedder und dem MTSV Hohenwestedt hielt nicht lange. Drei Niederlagen in Folge sowie nur acht Punkte aus elf Spielen waren für die MTSV-Verantwortlichen um Spartenleiter Mathias Landt Anlass genug, um auf die tabellarische Schieflage und das Abrutschen in den Tabellenkeller zu reagieren. Während Landt die Trennung auf kicker-Anfrage nicht bestätigte, sorgte Rohwedder am Mittwoch auf Nachfrage für Klarheit.
Mit Hohenwestedt hat nach der Kaltenkirchener TS, Inter Türkspor Kiel und dem SV Preußen Reinfeld bereits der vierte Klub in der Oberliga Schleswig-Holstein früh in der Saison die Notbremse gezogen und den Trainer gewechselt.
Erst zu Saisonbeginn übernahm der gebürtige Rendsburger den Klub aus Mittelholstein. Nach einem überragenden 7. Platz in der vergangenen Spielzeit stand für Rohwedder vor der Saison ein Umbruch im Team des MTSV an. Vor allem in der Offensive sollte Torjäger Kjell Peeke Knaak, der oft allein auf weiter Flur agierte, durch externe Neuzugänge wie Luke Clasen (22 Tore), Luca Ubben (22), René Helmcke (23) und Jannes Dolling (16) unterstützt werden - allesamt Spieler, die in der Verbandsliga zuletzt regelmäßig trafen.
Doch die Realität in der höchsten Spielklasse Schleswig-Holsteins sieht anders aus: Ein Torverhältnis von 16:24 und die Positionierung auf dem ersten Abstiegsplatz sind Ausdruck genug für die aktuelle Lage der Hohenwestedter.
Co-Trainer Müller übernimmt das Kommando
Rohwedder mahnte immer wieder, dass ein Umbruch und die jungen, hinzugewonnenen Spieler Zeit bräuchten, doch gerade die ist in der Oberliga rar gesät. Fußball ist Ergebnissport und Ergebnisse soll nun Co-Trainer Arend Müller, der zum Chefcoach befördert wurde, schnellstmöglich einfahren.
Nachkarren will Rohwedder auf keinen Fall. Ganz im Gegenteil. Der 50-Jährige hatte zuvor mit seiner Mannschaft einen großen Aufwand betrieben, doch die Belohnung dafür blieb aus. "Drei, vier Punkte mehr hätten wir uns für den Aufwand, den wir betreiben, sicherlich auch verdient. Aber wenn man einen Negativlauf hat, geht einem auch das Spielglück abhanden. Da kann man manchmal auch verkrampfen oder verliert den Mut in manchen Situationen, etwas zu wagen. Eines weiß ich aber: Die Moral in der Truppe ist sehr groß", sagt der geschasste Trainer.