Fabian Gerber erfüllte nach der Generalprobe geduldig alle Autogrammwünsche, entspannt gewährte er jedem Fan den Wunsch nach einem Selfie. Der Trainer des FC Rot-Weiß Erfurt sieht seine Mannschaft gerüstet, wenn am kommenden Freitag mit dem Heimspiel gegen Luckenwalde die neue Regionalliga-Saison beginnt: "Ich bin mit der Vorbereitung sehr zufrieden. Vor allem unser Trainingslager war wichtig, um die Mannschaft zusammenzuschweißen."
Froh ist der Ex-Bundesliga-Profi auch darüber, dass seine Mannschaft mit einem guten Gefühl die Serie der Vorbereitungsspiele mit zwei Siegen abschloss. Dem 1:0 gegen Regionalligist 1. FC Nürnberg II folgte ein 2:1 gegen Eintracht Braunschweig II aus der Oberliga Niedersachsen, wobei Gerber jedoch nur noch eine B-Elf spielen ließ.
Während viele Erfurter Anhänger nach Rang 3 in der zurückliegenden Serie vom Kampf um die Meisterschaft träumen, will sich der Trainer öffentlich im Moment auf kein Saisonziel festlegen lassen. "Wir haben uns verstärkt, andere Vereine aber auch. Aus meiner Sicht können acht bis zehn Mannschaften vorn dabei sein", erklärt Gerber und fügte hinzu: "Selbst Ende August wird es aus meiner Sicht schwer sein, ein Ziel zu formulieren. Die Saison ist sehr lang. Es wird spannend, wenn nicht sogar die spannendste Saison aller Zeiten."
Während Erfurt in der Vergangenheit oft Spieler aus unteren Ligen verpflichtet hat, die sich dann beim Viertligisten weiterentwickelt haben, holte man nun verstärkt Fußballer mit Erfahrung. "Wir haben an Qualität gewonnen", betont Gerber, der seine acht Neuzugänge alle als Wunschspieler bezeichnet. Unter ihnen befindet sich Stanislav Fehler. Der 22 Jahre alte Offensivmann wechselte von Drittliga-Absteiger SV Sandhausen, für den er zu 29 Einsätzen kam.
Auch abseits des Rasens hat sich Erfurt professioneller aufgestellt. Während der zuletzt ausgeschiedene Thomas Kost zugleich für die U 19 verantwortlich war, stehen Gerber nun zwei hauptamtliche Co-Trainer zur Seite. Andy Nägelein, der zuletzt beim 1. FC Nürnberg II arbeitete, und der zuletzt beim Ligarivalen BFC Dynamo in gleicher Funktion tätige Nils Weiler kümmern sich ausschließlich um die erste Mannschaft. "Jeder hat seine Erfahrungen und Sichtweisen. Auf diese Weise können wir noch individueller mit den Spielern arbeiten. Mehr Köpfe können mehr bewirken", sagt Nägelein.
Dünn besetzte Innenverteidigung
Kurz vor dem Saisonauftakt ist die Personalplanung beim FC Rot-Weiß noch nicht abgeschlossen. Cheftrainer Gerber will einen neuen Spieler für die Innenverteidigung verpflichten und testete zuletzt mehrere Kandidaten: "Auf dieser Position sind wir noch zu dünn besetzt. Da brauchen wir noch einen großen, kopfballstarken Spieler."
Zu den acht Neuzugängen gehört auch Laurenz Dehl, der zuletzt beim österreichischen Zweitligisten Austria Klagenfurt unter Vertrag stand. Der 23-Jährige, der im Nachwuchs des 1. FC Union Berlin ausgebildet wurde, ist für die Außenverteidigung vorgesehen. Allerdings steht Dehl nicht sofort zur Verfügung, sondern befindet sich nach muskulären Problemen noch im Aufbautraining.