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Erschwerte Bedingungen vor PSG-Duell: Bayers Sorgenfälle vor dem siebten Versuch

kicker

Am Montagvormittag betrat immerhin Bayers Mittelstürmer Patrik Schick (nach Faszienverletzung im Oberschenkel) den Platz und erwärmte sich während der öffentlich zu begutachtenden 15 Minuten des Abschlusstrainings mit seinen Kollegen im Ulrich-Haberland-Stadion. Darüber hinaus war Innenverteidiger Jarell Quansah (Patellasehnen-Entzündung) wieder dabei, wobei er vor den aufgebauten Kameras lediglich am Seitenrand separat mit Athletiktrainer Markus Müller übte. Ob das Duo, das beim 4:3 in Mainz am Wochenende noch aussetzen musste, jetzt in den Kader rücken kann? "Wir haben einen Check morgen, es sieht besser und besser aus. Aber wir wissen es noch nicht", sagte Leverkusens Trainer Kasper Hjulmand, der vor dem Champions-League-Duell mit Titelverteidiger Paris Saint-Germain so oder so unter erschwerten Bedingungen arbeiten muss. Bayer hat schließlich einige Sorgenfälle.

Denn neben den langzeitverletzten Exequiel Palacios (Muskel-Sehnenverletzung an den Adduktoren) und Axel Tape (Muskel-Sehnenverletzung an der Oberschenkel-Rückseite), den für die Königsklasse nicht nominierten Jonas Hofmann und Martin Terrier sowie dem für voraussichtlich noch zwei Wochen fehlenden Malik Tillman (Oberschenkelverletzung) fallen zwei weitere Profis gegen PSG aus: Lucas Vazquez (muskuläre Probleme laut Klubangabe), bei dem laut Hjulmand Hoffnung für das Spiel gegen Freiburg am Sonntag besteht, und Nathan Tella. Beide fehlten schon in Mainz - und waren auch am Montag nicht zu sehen.

Tella fehlt und erleidet "kleinen Rückschlag" - Maza ist ein Startelf-Kandidat

Zuvorderst Tella gibt inzwischen Rätsel auf, spielte er doch sogar seit dem 12. September und seiner Top-Leistung gegen Frankfurt (3:1) wegen Knieproblemen nicht mehr mit. Gerade gegen PSG hätte ein so fleißiger Anläufer und Tiefensprinter wie er sehr hilfreich werden können, Tella aber muss sich gedulden. "Er hatte einen kleinen Rückschlag", sagte Hjulmand, ohne ins Detail zu gehen. "Es ist keine große Sache. Wir verfolgen Nathan Tag für Tag. Es sieht gut aus, ist aber etwas komplizierter, als wir anfangs dachten. Wir sollten ihn nächste Woche wieder auf dem Platz sehen, müssen es aber beobachten." Folglich droht er auch gegen Freiburg am Sonntag auszufallen.

In Abwesenheit von Tillman, Hofmann und Tella könnte der im Sommer von Zweitligist Hertha BSC gekommene Ibrahim Maza, der in Mainz für Hofmann ins Spiel kam und gute Akzente setzte, gegen Paris auf der halbrechten Offensivseite zu seinem Startelf-Debüt in der Königsklasse kommen - womöglich die einzige Änderung im Vergleich zum FSV-Spiel. Ein Sprinter und damit Umschaltspieler ist er nicht, kann aber Lösungen im letzten Drittel finden, zügig aufdrehen und sich in engen Räumen zurechtfinden. Wobei klar ist: Auf Youngster Maza und Co. wartet keine x-beliebige, sondern eine riesige Aufgabe, ein Stresstest auf allen Ebenen.

Abwarten, wie ihn diese junge und personell geschwächte Werkself bewältigen kann. PSG stelle "eine der besten Mannschaften der Welt, wenn nicht die beste", sagte Hjulmand aus guten Gründen. "Es ist eine Mannschaft, die Top-Qualität in allen Phasen des Spiels hat. Sie bauen das Spiel sehr, sehr gut auf von hinten. Sie sind sehr direkt, wenn es Räume gibt, die attackiert werden können. Sie haben viele sehr gute Eins-gegen-eins-Spieler und im Pressing eine hohe Aggressivität im Eins-gegen-eins. Das ist eine Waffe offensiv", betonte er, "aber es ist auch ein Risiko und gibt uns eine Möglichkeit". Denn greift dieses hohe Eins-gegen-eins mal nicht, entstehen Lücken.

Noch nie gewann Bayer gegen einen amtierenden Champions-League-Sieger

Starkes Positionsspiel und eine technisch herausragende Umsetzung werden gewiss nötig sein, um sich aus dem Druck zu lösen und auch mal aus einer eigenen Ballbesitzphase gefährlich zu werden. Doch Bayers Coach sagte: "Ich glaube, wir haben Vertrauen in unser Spiel, unseren Ballbesitz. Wir haben gute Rotationen und Wechsel." Ergo werde es "auch ein Kampf um den Ball", obschon er nicht davon auszugehen scheint, insgesamt mehr Spielanteile zu haben. Ein paar gute Ballbesitzphase aber sollen es doch werden - neben Umschaltaktionen, wobei der letzte verbliebene Top-Sprinter Ernest Poku besonders wichtig werden dürfte.

"Es gibt immer Möglichkeiten, aber wir werden natürlich unser absolut bestes Spiel machen müssen", bekräftigte Hjulmand letztlich. Demnach sind drei Punkte gegen PSG sicher nicht fix eingeplant. Doch weil Leverkusen nach dem 2:2 in Kopenhagen und dem 1:1 gegen Eindhoven für den Rest der Ligaphase schon unter Druck steht, käme eine Überraschung freilich gerade recht. Im siebten Versuch wäre das eine Premiere: Noch nie gewann die Werkself in der Champions-League gegen einen amtierenden Titelträger, spielte einmal remis und kassierte fünf Niederlagen - darunter das 1:7 im März 2012 beim FC Barcelona, bei dem Lionel Messi gleich fünfmal traf. Immerhin: Beim letzten Vergleich gegen einen Titelträger gab es das bisher einzige Unentschieden - im Dezember 2015 beim 1:1, wieder im Duell mit den Katalanen. Seinerzeit kam Bayer sogar zu einem Chancenplus - und verpasste die Premiere.