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Was der BVB und Arsenal gemeinsam haben

kicker

Die Ecke von Julian Ryerson flog scharf herein in den Bremer Strafraum. Von der linken Eckfahne bis tief in den Fünfmeterraum. Genau dorthin, wo sich zahlreiche Spieler von Borussia Dortmund und Werder Bremen tummelten. Und wo Werder-Keeper Mio Backhaus entsprechende Probleme hatte, sich zu behaupten. Statt Backhaus, der final von Felix Nmecha fair blockiert wurde, kam Nico Schlotterbeck an den sich senkenden Ball und köpfte ihn zur 1:0-Führung ins Netz.

Der Fünfmeterraum wird überladen, der Keeper blockiert

Es war das erste Standardtor des BVB seit der zur Winterpause erfolgten Trennung von Standardcoach Alex Clapham, der sich zuvor 18 Monate lang unter anderem daran versucht hatte, die Ecken, Einwürfe und Freistöße der Dortmunder gefährlicher zu gestalten. Nun wäre es zu billig, die jüngst erfolgte Verbesserung allein auf die Trennung zurückzuführen. Andererseits aber war gegen Bremen eine deutliche Veränderung des Ansatzes erkennbar.

Es ist eine, mit der der BVB keineswegs allein dasteht, sondern die international trendet - und die unter anderem auch von den Standardspezialisten des FC Arsenal praktiziert wird. Dass sich der BVB die Briten naheliegenderweise zum Vorbild genommen habe, verneint Schütze Ryerson allerdings lachend - obwohl diese in dieser Hinsicht stilbildend waren.

Das Prinzip ist einfach: Der Fünfmeterraum wird vor der Ausführung mit eigenen Spielern überladen. Dadurch ist auch der Gegner gezwungen, mehr Personal in diesen Bereich zu verlagern. Das behindert den Torhüter in seiner Bewegungsfreiheit. Da er zudem von den Schiedsrichtern nicht mehr so stark geschützt wird wie in der Vergangenheit, sind seine Möglichkeiten begrenzt.

Kommt jetzt der Ball - wie beim 1:0 am Dienstagabend - scharf in diesen Bereich geflogen, sorgt das für Chaos. Und im besten Fall dafür, dass der gegnerische Keeper von den eigenen Spielern so vom Ball ferngehalten wird, dass sich die kopfballstarken eigenen Angreifer in den direkten Duellen durchsetzen und ins Tor köpfen können. "Je näher der Ball ans Tor kommt, desto größer ist die Chance zu treffen", findet Ryerson.

Kobel findet die Entwicklung "brutal"

Für die Torhüter ist das eine höchst unerfreuliche Entwicklung, wie auch der diesmalige Profiteur Gregor Kobel zugibt: "Aus reiner Torwartsicht finde ich die Blocks, die man inzwischen stellen kann, extrem krass. Das ist brutal", sagt der Schweizer BVB-Keeper, der mit seiner Zunft gewissermaßen zum Opfer eines Wunsches nach mehr Spektakel wird. Freistöße und Ecken seien in der ersten Halbserie nicht "die beste Disziplin" seiner Mannschaft gewesen, sagte der 54-Jähige nach dem Sieg gegen Bremen.

Kovac dagegen freut sich, dass die veränderten Standards - die inzwischen Chefsache sind und vom BVB-Trainer sowie seinen Assistenten mit dem Team eingeübt werden - gleich zum Erfolg führten. "Deshalb freut es mich, dass wir das, was wir trainieren, direkt umgesetzt haben."