Sämtliche Mitarbeiter, viele Fans, vor allem seine Mannschaft: Paul Simonis hat in den vergangenen Wochen vieles und viele beim VfL Wolfsburg kennengelernt, in die Pokalhistorie seines neuen Klubs ist der Trainer aus den Niederlanden aber noch nicht eingetaucht.
"Wir kennen die Regeln, das wird nicht passieren"
Dass nämlich sein Landsmann Mark van Bommel vor vier Jahren mit einem Wechselfehler beim damaligen Viertligisten Preußen Münster für das VfL-Aus in der ersten Pokalrunde sorgte, hatte der 40-Jährige nicht auf dem Schirm. Simonis aber versichert vor dem Duell am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) mit dem Fünftligisten SV Hemelingen: "Wir kennen die Regeln, das wird nicht passieren."
Der Trainer will weit kommen mit seinem Team im DFB-Pokal, mit den Go Ahead Eagles Deventer feierte Simonis in der vergangenen Saison den großen Triumph in der Heimat. Er weiß: "Der Pokal ist der kürzeste Weg nach Europa."
Wolfsburg hat Hemelingen zweimal beobachtet
Deswegen nimmt der VfL Hemelingen auch nicht auf die leichte Schulter, ließ den Oberligisten zweimal beobachten und filmen, weiß um die Stärken und Schwächen des Underdogs aus Bremen. Simonis will nichts dem Zufall überlassen, entsprechend wird auch zu weiten Teilen die beste Mannschaft spielen.
Ob Mohammed Amoura dazu gehört, ist jedoch noch offen. Der Algerier, der mit einer Oberschenkelverletzung aus der Pause zurückkehrte, ist noch immer nicht vollends fit, auch am Donnerstag beendete der Stürmer die Trainingseinheit vorzeitig. Die Chance auf einen Einsatz des Topscorers der Vorsaison beziffert Simonis auf "fifty-fifty". Der Coach erklärt: "Es ist nichts Ernstes, aber er hatte nach den Spielen eine leichte Reaktion."
Der VfL ist über das Interesse aus Lissabon informiert
Ernst könnte es im Fall Amoura aber so oder so werden: Benfica Lissabon ist laut portugiesischen Medienberichten mittlerweile stark interessiert an dem Offensivmann, auch der VfL weiß Bescheid. Die ersten Zahlen geistern bereits umher, so weit sind die Verhandlungen aber noch nicht. Nach kicker-Informationen ist Wolfsburg jedoch bereit, Amoura, der vor einem Jahr für 17 Millionen Euro von Union Saint-Gilloise kam, für eine Summe im Bereich der 40 Millionen Euro ziehen zu lassen.
„Wenn der Moment kommt, dass er geht, dann ist das so.“ (Paul Simonis über einen möglichen Abschied von Torjäger Amoura)
Wie sieht es Simonis? Natürlich habe er von den Gerüchten um seinen Angreifer gehört, "aber er ist hier. Er trainiert, er hat mit uns gespielt, und wir werden sehen, was passiert. Solange er hier ist, werde ich mich auf ihn und die Mannschaft konzentrieren. Wenn der Moment kommt, dass er geht, dann ist das so." Klingt durchaus nach einem realistischen Transfer-Szenario.
Es könnte noch reichlich Bewegung geben im Wolfsburger Kader, damit muss sich der neue Trainer arrangieren, zu gerne hätte er die Lücken auf der rechten Abwehrseite und im Sturm schon geschlossen. "Es ist nicht ideal", sagt der Coach mit Blick auf den unfertigen Kader, "aber das betrifft alle Klubs."
Weil noch nicht klar ist, wie der VfL Wolfsburg nach Schließung des Transferfensters aussieht, wartet Simonis noch mit der Benennung eines Mannschaftsrats. Festgelegt hat er sich nun aber in der Kapitänsfrage, die keine Überraschung bietet: "Maximilian Arnold bleibt unser Kapitän", verkündet der Coach, der den jahrelangen Leader in der Vorbereitung kennengelernt hat.
"Max versteht unsere Spielweise und unsere Philosophie", erklärt Simonis, "es ist wichtig, dass er eine Verbindung zwischen den Trainern und der Mannschaft herstellt und diese Rolle gut und positiv ausfüllt." Arnold wird den VfL am Samstag in Bremen aufs Feld führen. Und, so die Hoffnung, in die zweite Pokalrunde.