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"Es läuft alles gegen uns": Schwartz hadert mit Effizienz, Schiedsrichtern und der Abwärtsspirale

kicker

Die Alarmglocken schrillen. Seit sechs Spielen hat der 1. FC Saarbrücken nicht mehr gewonnen, das 0:2 bei Alemannia Aachen bedeutete außerdem die dritte Niederlage in Serie für die Elf von Trainer Alois Schwartz. Der Höhenflug des Saisonbeginns ist zum freien Fall geworden, von Rang 2 wurde der FCS auf den 10. Tabellenplatz durchgereicht.

Die Statistiken stimmen

Und wer die Statistik abgesehen vom Ergebnis der Partie am Sonntagabend gegen Aachen las, konnte vermeintliche Saarbrücker Dominanz erkennen: Mehr Ballbesitz, mehr Abschlüsse, die bessere Zweikampfquote sowie 10:0 (!) Ecken pro FCS - und doch standen die Saarländer am Ende mit leeren Händen da. Mal wieder.

"Wir haben insgesamt ein wirklich gutes Auswärtsspiel gemacht", konstatierte Trainer Schwartzt nach Abpfiff am MagentaSport-Mikrofon. "Wir hatten viel Ballbesitz und haben die Box bespielt. Aber es kommt nichts raus. Das, was uns stark gemacht hat, die Effektivität, haben wir gerade nicht." Eben die Effizienz, die Schwartz bei seinem Team vermisste, führte Doppelpacker Lars Gindorf auf der Gegenseite dafür eindrucksvoll vor: Die einzigen gefährlichen Chancen im ersten Durchgang schob der Angreifer - mit freundlicher Unterstützung der Saarbrücker - ins linke Eck.

„So ist das manchmal im Leben, da müssen wir gegen ankämpfen.“ (Alois Schwartz)

Die Effizienz vor dem Tor hat der FCS immerhin in der eigenen Hand - Schwartz machte aber noch einen zweiten Faktor für die aktuelle Negativ-Serie verantwortlich: "Es läuft gerade alles gegen uns. Dann machen wir ein Tor, das ist Abseits. Und ich muss ganz klar sagen: Das war ein klarer Elfmeter. Aber was sollen wir immer über die Schiedsrichter diskutieren?". Gemeint war eine Szene in Minute 20, als der Aachener Emmanuel Elekwa Saarbrückens Abdoulaye Kamara im Sechzehner vors Schienbein trat, der fällige Pfiff des Unparteiischen Timon Schulz aber ausblieb - eine klare Fehlentscheidung.

Kein Glück also, und dann kommt auch noch Pech dazu. Was tun? Für Schwartz gibt es nur eine Lösung: "So ist das manchmal im Leben. Wir haben individuelle Dinge, wir haben unglückliche Schiri-Entscheidungen, da müssen wir gegen ankämpfen. Da müssen wir arbeiten, weitermachen. Die Mannschaft ist gut drauf und hat auch einen guten Ball gespielt."

Jetzt wartet Kellerkind Havelse

Davon kann man sich in Saarbrücken natürlich nichts kaufen. Es stehen null Punkte aus den letzten drei Spielen zu Buche, jegliche Aufstiegsambitionen muss der Tabellendritte der Vorsaison erstmal hintenanstellen. Ob der 58-jährige Fußballlehrer bei anhaltender Krise seinen Posten räumen würde? "So weit habe ich noch nie gedacht. Dass es unruhiger ist, durch die ganze Situation, das muss man annehmen", so Schwartz. Und schickte gleich noch eine Kampfansage hinterher: "Als Spieler war ich ein Kämpfer und Malocher, deshalb bin ich das auch als Trainer."

Und eigentlich stehen die Sterne gut für einen Saarbrücker Befreiungsschlag, am Samstag wartet das Duell gegen den Tabellenvorletzten TSV Havelse, der erst vier Zähler auf dem Konto hat und mit 31 Gegentoren die schwächste Defensive der Liga stellt. Das bedeutet aber auch: Siegt der FCS erneut gegen ein Team aus dem Tabellenkeller nicht, wird die Luft für Schwartz immer dünner.