Am vergangenen Freitag war das Testspiel des FC Lugano im spanischen Benidorm gegen Viktoria Pilsen (2:4) von einem Eklat überschattet worden. Während der Partie war Kevin Behrens auf seinen Teamkollegen Georgios Koutsias zugestürmt, hatte ihn zu Boden geschubst und mit einer üblen Beleidigung bedacht. Der Vorfall, der live im Stream zu sehen war, sorgte für Entsetzen - sowohl beim Klub als auch bei den Fans.
Wie der FC Lugano am Montag auf seiner Homepage mitteilte, habe Behrens inzwischen Verantwortung für sein Fehlverhalten übernommen. In einer Ansprache vor der gesamten Mannschaft habe sich der 34 Jahre alte Deutsche beim Klub, bei seinen Mannschaftskollegen und insbesondere bei Koutsias entschuldigt.
"Ich möchte mich für das Geschehene entschuldigen, vor allem bei Koutsias. Mein Verhalten ihm gegenüber war falsch und inakzeptabel, ebenso die von mir verwendeten Beschimpfungen. Dafür übernehme ich die volle Verantwortung", wird Behrens in dem öffentlichen Statement der Bianconeri zitiert. Zudem räumte er ein: "Unabhängig von der Spannung des Moments hätte ich mir ein derartiges Verhalten niemals erlauben dürfen."
"Eine derartige Reaktion ist nicht tolerierbar"
Der FC Lugano verurteilte den Vorfall aufs Schärfste und bekräftigte, "dass die gezeigten Verhaltensweisen in keinster Weise mit den Werten, Grundsätzen und der sportlichen Kultur des Klubs vereinbar sind. Unabhängig von Nervosität und Emotionen, die im sportlichen Wettkampf auftreten können, ist eine derartige Reaktion nicht tolerierbar und darf einem Spieler - erst recht einem Profi mit der Erfahrung von Kevin Behrens - niemals unterlaufen."
Die Bianconeri erklärten, man habe die entsprechenden Disziplinarmaßnahmen geprüft und beschlossen. Details dazu nannte der Verein jedoch nicht. Ob und wie der Vorfall die weitere Zusammenarbeit zwischen Behrens und Koutsias beeinflussen wird, bleibt abzuwarten.
Behrens war im vergangenen Sommer vom VfL Wolfsburg zum FC Lugano gewechselt, zuvor hatte er in seiner Karriere auch für Union Berlin in der Bundesliga gespielt. Insgesamt kommt der gebürtige Bremer auf 106 Bundesliga-Partien. Unter Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte der Angreifer 2023 ein Länderspiel bestritten.