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FC Büderich: Zwischen Spektakel und Talentsuche - Baller-League-Star Weggen als Konstante

kicker

Vier Jahre, zwei Aufstiege, eine klare Handschrift: Der FC Büderich hat sich seit dem Sprung aus der Bezirksliga beachtlich entwickelt - und mit Platz sieben in der abgelaufenen Oberliga-Saison endgültig etabliert. Dass der Klub in seinem zweiten Jahr in der höchsten Verbandsspielklasse nicht nur mithalten, sondern auch regelmäßig für Spektakel sorgen konnte, überrascht selbst Präsident Benedikt Niesen: "Dass wir Siebter werden, war so nicht zu erwarten."

Mit 79 Saisontreffern stellte Büderich eine der torhungrigsten Offensiven der Liga - allerdings auf Kosten der defensiven Stabilität. 74 Gegentreffer, davon alleine 23 in vier Spielen gegen die Top-Teams Velbert und Schonnebeck offenbaren Schwächen, die Trainer Sebastian Siebenbach nüchtern analysiert: "Gegen die Spitzenmannschaften war der Qualitätsunterschied leider spürbar."

Starker Kaderumbruch

Vor dem dritten Oberliga-Jahr steht der Verein vor einer neuen Herausforderung: Der Kader wird sich nahezu komplett verändern. Etwa 15 Spieler werden den Klub verlassen, darunter Leistungsträger wie Alexander Lipinski (KFC Uerdingen), Leon Jonah Lepper (SSVg Velbert) und Jimmy Atila (Ratingen 04/19). Nur ein kleiner Kern bleibt, was die Kaderplanung zur Geduldsprobe macht. "Einige Abgänge haben sich erst spät ergeben. Daher ist es in manchen Fällen schwierig, noch adäquaten Ersatz zu finden", sagt Siebenbach. Acht Neuzugänge stehen bereits fest - überwiegend junge Spieler aus unteren Ligen, etwa Oliver Dessau und Jamil Al Hussein (beide SG Unterrath).

Inmitten der Fluktuation ist auf einen Verlass: Kevin Weggen. Der 31-Jährige bleibt dem Klub trotz anderer Angebote höchstwahrscheinlich erhalten - und steht sinnbildlich für den Mix aus Erfahrung, Führungsstärke und Charakter, auf den Büderich künftig setzen will. Dass Weggen neben seinem Vollzeitjob in der Versicherungsbranche auch in der Baller League für Calcio Berlin aktiv ist, macht seine Konstanz umso bemerkenswerter.

Sonntags Oberliga, montags Baller League

"Sonntags Oberliga, montags Baller League - das ist ein hohes Pensum", sagt Weggen selbst. Weggen meistert die Doppelbelastung mit bemerkenswerter Konstanz. Acht Tore in einem Spiel - beim 9:7-Sieg von Calcio Berlin nach 1:6-Rückstand gegen das von Kevin-Prince Boateng betreute Team "Käfigiger" - ermöglicht vor allem durch seine offensive Schusskraft. Mit Calcio zog der Regionalliga-erfahrene Spieler (u. a. SV Straelen) ins Halbfinale ein, war trotz des engen Programms absoluter Leader beim FC Büderich. Bereits im Vorjahr erreichte er mit Calcio das Finale. Natürlich werde er oft gefragt, warum er es nicht in den höherklassigen Fußball geschafft habe. Die Antwort fällt klar aus: "Ich war einfach faul. Ich dachte, es reicht - aber das hat es eben nicht." Heute hat er überwiegend an seiner Schusstechnik gearbeitet - mit sichtbarem Erfolg.

Kritik an der Baller League kontert er mit Verständnis - und Forderung: "Wenn Vereine nicht wollen, dass Spieler dort mitmachen, müssen sie ihnen auch etwas bieten." Für Trainer Siebenbach ist das Engagement seiner Spieler dort kein Problem - solange der Einsatz im Verein stimmen: "Solange ich das Gefühl habe, dass die Jungs alles geben, ist das in Ordnung."

Wer vorwiegend den finanziellen Anreiz sucht, sei in Büderich jedoch fehl am Platz. Siebenbach betont: "Wir setzen bewusst auf Spieler, die sich bei uns entwickeln wollen - nicht auf diejenigen, die nur aufs Geld schauen."