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FCI-Präsident Jackwerth: "Wir müssen uns davon verabschieden, was wir einmal waren"

kicker

Der FC Ingolstadt hat in der 3. Liga zuletzt dreimal in Folge verloren. Hinzukam eine bittere Niederlage im Bayern-Pokal gegen Ligakonkurrent Jahn Regensburg (3:5 i.E.). In der Tabelle sind die Schanzer mittlerweile auf Platz 16 abgerutscht - nur noch die bessere Tordifferenz trennt sie von einem Abstiegsplatz.

FCI-Präsident Peter Jackwerth bleibt im Interview mit dem Donaukurier aber trotzdem noch ziemlich gelassen: "Das sportliche Abschneiden sehe ich noch nicht so dramatisch. Die jüngsten Spiele sind denkbar schlecht für uns gelaufen." Das größte Problem der Ingolstädter sei die mangelhafte Chancenverwertung. Über eine mögliche Negativspirale möchte der 68-Jährige aktuell aber nicht nachdenken: "Panik ist jetzt nicht angebracht. Klar stehen wir momentan in der Tabelle unten. Aber gewinnen wir zwei Spiele hintereinander, sind wir wieder Zehnter oder Elfter."

Jackwerth ist nicht von der Mannschaft überzeugt

Es fehle ein fester "Stamm in der Mannschaft", der es schafft, "ein Spiel auch mal dreckig nach Hause zu bringen". Dabei stellte der Präsident auch klar, dass die Profis noch nicht die erhoffte Qualität auf den Platz gebracht haben: "Bisher hat jedenfalls keiner so überzeugt, dass er 100-prozentiger Stammspieler ist. Mal sehen, was die nächsten Wochen noch bringen."

„Dass wir finanziell in einer schwierigen Lage sind, lasse ich alleine nicht gelten. Unsere Situation kennen wir seit drei Jahren.“ (Peter Jackwerth über Transferaktivitäten trotz angespannter finanzieller Lage)

Da rückt natürlich die Winterpause in den Fokus, um Baustellen im Kader zu schließen. Jedoch ist der FCI bekanntermaßen knapp bei Kasse - für Jackwerth kein Totschlagargument: "Dass wir finanziell in einer schwierigen Lage sind, lasse ich alleine nicht gelten. Unsere Situation kennen wir seit drei Jahren. Der Etat ist aber nicht so klein, dass wir zu den Kleinsten der Liga gehören. Wir müssen uns eben ein bisschen bewegen und umstrukturieren." Die Transferaktivitäten seien aber Aufgabe der sportlichen Leitung, da mische er sich nicht ein: "Ich möchte kein Patriarch sein."

Diese Worte sprach Jackwerth, nur um kurz darauf klarzustellen, dass die Jobs der handelnden Personen keinesfalls sicher seien, solange sich kein sportlicher Erfolg einstellt: "Wenn der Erfolg ausbleibt, werden wir das klar ansprechen, das gilt für den Geschäftsführer, den Sportdirektor und auch für die Trainerin." Er schob aber mildernd hinterher: "Noch sind wir relaxed."

Viktoria Köln und der SC Verl als Vorbilder

Denn für den Unternehmer ist auch klar, dass der FC Ingolstadt aktuell gar nicht so weit entfernt von den eigenen Ansprüchen ist. Der Aufstieg sei ohnehin nie Thema gewesen: "Den würden wir natürlich gerne mitnehmen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass wir den Rückstand nach ganz oben noch aufholen." Es gehe erstmal darum, mit "ganz unten" nichts zu tun zu haben. Man wolle sich an Vereinen wie Viktoria Köln und dem SC Verl orientieren und aus den geringen finanziellen Möglichkeiten viel herausholen.

Jackwerth räumte mit illusorischen Vorstellungen im Umfeld des FCI auf: "Wir müssen uns davon verabschieden, was wir einmal waren. Die Bundesliga war ein Highlight, aber entstand ein bisschen zufällig und war nicht geplant. Aber ich sehe immer noch für die Stadt und unseren Verein, dass wir ein typischer Zweitligist sein könnten, nur müssen wir uns das erst wieder erarbeiten." Die nächste Chance, um sich aus dem Tabellenkeller zu befreien, hat das Team von Trainerin Sabrina Wittmann am Samstag (14 Uhr), dann ist Hoffenheim II im Audi-Sportpark zu Gast.