Teil fünf der sieben Positionsrankings in dieser Winterpause widmet sich den zehn besten zentralen Mittelfeldspielern, die von der Spielweise her offensiv orientiert sind. Die Abgrenzung zwischen den defensiven Mittelfeldspielern und den offensiveren Kollegen ist gerade bei jenen Spielern schwierig, die in beiden Rollen auftreten. Grundsätzlich wurden die Akteure in diesen Fällen der häufiger gespielten Rolle zugeteilt.
Platz 1: Xherdan Shaqiri (FC Basel 1893)
Der erste Rang in diesem Ranking ist deutlich umstrittener als noch zum Ende der letzten Spielzeit. Dennoch steht Xherdan Shaqiri wieder an der Spitze. Dem Basler Zauberfuss ist die zusätzliche Belastung durch die internationalen Einsätze durchaus anzumerken. Der im Frühjahr unantastbar starke Basler Spielmacher hat auch seine Tage, in denen er den Zugriff aufs Spiel nicht findet. Gleichzeitig hat die Konkurrenz natürlich bemerkt, dass man dem Meister das Leben schwer macht, wenn man dem Spieler mit der Rückennummer zehn gar keinen Raum lässt.
Nichtsdestotrotz sind Shaqiris Statistiken beeindruckend. Wettbewerbsübergreifend sind in 29 Einsätzen elf Tore und elf Assists zusammengekommen. Dieses Ranking fokussiert sich auf die Super League, in der steht er bei sechs Toren und acht Assists. Die Zahl hätte gar noch höher sein können, hätte Shaqiri nicht dreimal vom Elfmeterpunkt aus gesündigt. Mit 68 herausgespielten Chancen ist er in dieser Statistik mit grossem Abstand die Nummer eins, der erste Verfolger ist Miroslav Stevanovic, der auf 45 kreierte Chancen kommt.
Auch die Abhängigkeit des FC Basel von Shaqiri spricht einmal mehr für den 34-Jährigen. Für den FCB hat es sich über weite Strecken der Hinrunde auch als Problem herausgestellt, dass es trotz der individuell stark besetzten Mannschaft nur mit Shaqiri funktioniert hat. Bis und mit der 13. Runde hat gegolten, dass, wenn Shaqiri einen Scorerpunkt erspielt, der FC Basel auch gewinnt. Ohne Shaqiri mit einer Torbeteiligung gab es für den FCB keinen Dreier. Mittlerweile gibt es zumindest zwei Ausnahmen: Trotz eines Shaqiri-Assists endete die Partie gegen den Grasshopper Club Zürich mit 1:1 und beim 2:1-Sieg in Luzern hatte "Shaq" keine Torbeteiligung.
Platz 2: Matteo Di Giusto (FC Luzern)
Der Grund, weshalb überhaupt eine Diskussion um die Nummer eins in diesem Ranking geführt werden muss, spielt seit dieser Saison für den FC Luzern. Nach dem Wechsel vom FC Winterthur zum FCL hat Matteo Di Giusto nahtlos dort weitergemacht, wo er auf der Schützenwiese aufgehört hat. Das Offensivspiel des FC Luzern steht und fällt mit dem trickreichen 25-Jährigen. Sechs Tore und neun Assists hat sich Di Giusto in der ersten Saisonhälfte bereits erspielt. Damit war er an 42.9 Prozent aller Luzerner Tore direkt beteiligt.
Es ist gar nicht auszudenken, wo die Luzerner ohne ihren Königstransfer der Sommerpause stehen würden. Aber auch er hatte Spiele, in denen er das Team nicht mitreissen konnte. Ganz in der Frequenz von Shaqiri gelingt es Di Giusto nicht, Chancen herauszuspielen. Mit 37 herausgespielten Chancen folgt der FCL-Spielmacher aber auf dem geteilten dritten Rang gemeinsam mit Matthias Phaeton. Dafür teilt sich Di Giusto gleichauf mit Shaqiri die Spitzenposition bei den kreierten Grosschancen, mit je elf dieser Aktionen. Spielt Di Giusto in Luzern so weiter, könnte die Zentralschweiz womöglich zu einem Sprungbrett für den ehemaligen FCZ-Junior werden.
Platz 3: Carlo Boukhalfa (FC St.Gallen 1879)
Auch auf Rang drei ist ein Sommerneuzugang klassiert: Carlo Boukhalfa bringt ins St.Galler Mittelfeld ein Element hinein, welches den Espen davor gefehlt hat. Der sehr robuste Freiburger versteht es, mit seinem Körper den Ball festzumachen, und gleichzeitig kann er mit seinen technischen Fähigkeiten die Bälle verteilen. Beim FC St. Pauli wurde er in der letzten Saison noch in einer defensiveren Rolle eingesetzt, als er sie nun in St.Gallen eingenommen hat. Boukhalfa hat sich hinter der Spitze festgespielt, hat aber sogar auch schon die Rolle eines zweiten Stürmers eingenommen.
Im Saisonverlauf hat sich Boukhalfa als Elfmeterschütze der Espen etabliert, so hat er vier seiner acht Meisterschaftstore vom Punkt aus erzielt. Mit acht Toren ist er gemeinsam mit Alessandro Vogt der beste Torschütze des Tabellenzweiten. Daneben hat er sich noch zwei Assists notieren lassen. Trotz seiner offensiven Ausrichtung ist seine Präsenz im Mittelfeld auch im Spiel gegen den Ball wichtig. Der FCSG hat mit dem 26-jährigen Deutschen auf dem Transfermarkt definitiv einen guten Fang gemacht.
Der neu vereinslose Zuber führt das weitere Feld an
Auf Rang vier folgt in diesem Ranking der Spieler, der zum Jahresbeginn für grosse Schlagzeilen gesorgt hat: Steven Zuber hat auf eigenen Wunsch den Vertrag beim FC Zürich aufgelöst. Seine gute Platzierung in dieser Rangliste unterstreicht, wie schwerwiegend dieser Verlust für den FCZ sein dürfte.
Mit Timothé Cognat steht ein Spieler in den Top Ten, der die Saison als defensiver Mittelfeldspieler begonnen hat. Mit dem Trainerwechsel hin zu Jocelyn Gourvennec hat er vermehrt eine offensivere Rolle eingenommen. Der 27-Jährige rückt damit vermehrt in die Rolle eines Box-to-Box-Spielers.
Meist finden Spieler, die über viele Runden verletzt gefehlt haben, zur Winterpause keinen Platz im Ranking. Alvyn Sanches hat aber seine Fähigkeiten seit seinem Comeback im Oktober derart unter Beweis gestellt, dass es schlichtweg keinen Weg an ihm vorbei gibt. In den sechs Spielen vor der Winterpause hat er gleich sechs Torbeteiligungen gesammelt und sich so den zehnten Rang erspielt, selbstverständlich mit viel Potenzial nach oben.
Die Statistiken in diesem Artikel stammen von der offiziellen Seite der Swiss Football League, kicker.ch und von der Statistikplattform Fotmob.