Ja, bestätigt Ferdinand Feldhofer, der FC Spaeri ist der Klub des georgischen "Sonderdienstes des Staatsschutzes", kurz SSPS. Dieser ist für die Sicherheit hochrangiger Persönlichkeiten in Georgien zuständig - vom Präsidenten bis zum Patriarchen der Georgischen Orthodoxen Kirche.
"Deshalb waren auch so viele Polizisten und Sicherheitsleute beim Cupfinale", erinnert sich Feldhofer an den 5. Dezember 2024, als er mit dem 19-fachen Meister Dynamo Tiflis gegen den ebenfalls in Tiflis ansässigen Zweitligisten das Endspiel um den David Kipiani Cup bestritt. Es sind keine guten Erinnerungen für den nunmehrigen GAK-Trainer. Seit Wochen hatte er mit seiner Mannschaft nur noch auf dieses Spiel hingearbeitet.
In der Liga war der Rekordmeister, der 2022 seinen letzten Titel feierte, ohnehin nur noch Mittelmaß, nachdem er aufgrund von finanziellen Turbulenzen gezwungen war, die besten Spieler abzugeben und eine neue Mannschaft aufzubauen, der neben zahlreichen Nachwuchskräften auch die ehemaligen Bundesliga-Spieler Dominik Reiter, Nosa Edokpolor und (der später dazugestoßene Ersatzkeeper) Tobias Schützenauer angehörten.
Ein Lupfer und ein Panenka
Der Großteil der knapp 8.000 Zuschauer im Micheil-Meschi-Stadion erwartete einen Erfolg des Rekord-Cupsiegers und Ferdinand Feldhofer hoffte auf seinen ersten nationalen Titel als Trainer. "Die haben sich mit einer Viererkette hinten reingestellt und das Spiel ging von Anfang an nur in eine Richtung. Wir hatten Chance um Chance." Aber mehr als zwei Lattentreffer haben nicht herausgeschaut. "Und dann glaubt unser junger Torhüter in der Nachspielzeit der ersten Hälfte, einen gegnerischen Stürmer überlupfen zu müssen …" Der Lupfer ging schief, der Underdog mit einer 1:0-Führung in die Pause.
In der zweiten Hälfte drehte die junge Feldhofer-Truppe mit dem eingewechselten Dominik Reiter auf - und schaffte mit einem Doppelschlag innerhalb von wenigen Minuten den Turnaround. Der Pokal war in greifbarer Nähe. "Und dann kriegen wir zwei Minuten vor Schluss wieder aus dem Nichts das 2:2", muss Feldhofer immer noch den Kopf schütteln, wenn er davon erzählt. Nach ereignisloser Verlängerung ging das Finale ins Elfmeterschießen, das der FC Spaeri mit 5:4 für sich entschied. Dass Levan Barabadze den entscheidenden Elfer im Panenka-Stil verwertete, hat Ferdinand Feldhofer schon aus seinem Gedächtnis gestrichen.
"Ganz ehrlich, für die Austria ist das keine Hürde", kann sich der Ex-Rapid-Trainer nicht vorstellen, dass dem georgischen Zweitligist im Duell mit den Wiener Violetten eine ähnliche Sensation gelingt. "Sie werden schon im ersten Spiel alles erledigen, auch wenn Trainer Anzor Kighuradze wieder alles hinten reinstellen wird." Der 35-Jährige sitzt noch immer auf der Trainerbank des FC Spaeri, obwohl er nach dem Cuperfolg mit überwältigender Mehrheit zum "Trainer des Jahres" gewählt wurde. Seinen 203 Stimmen hatte selbst der gefeierte Nationaltrainer Willy Sagnol nur neun Stimmen entgegenzusetzen.