Der 1. FC Köln zeigte ernsthaftes Interesse an Robin Fellhauer. Aufsteiger, Traditionsklub, coole Stadt, tolle Atmosphäre im Stadion. Bei Werder Bremen, das sich weniger intensiv bemüht haben soll, hätte Fellhauer unter seinem bisherigen Trainer Horst Steffen spielen können. Die Entscheidung jedoch viel pro FC Augsburg, der 27-Jährige erklärt sie.
"Ich finde Augsburg nicht so uninteressant, das ist eine gestandene Bundesligamannschaft. Keiner spielt gern gegen Augsburg, das hat mich extrem gereizt", erzählt der Sechser, der bei der SV Elversberg zuletzt Kapitän und Führungsspieler war, als Leistungsträger nur knapp den Aufstieg in der Relegation gegen Heidenheim verpasst hat.
Eine gewichtige Rolle spielte Sandro Wagner, Augsburgs neuer Trainer. "Definitiv", bestätigt Fellhauer dies. "Wir hatten sehr gute Gespräche. Er hat mich sehr überzeugt von dem, was er inhaltlich vorhat, wie er spielen lassen will. Das war ein Grund für meinen Wechsel nach Augsburg." Seiner ersten Bundesligastation wohlgemerkt, im fortgeschrittenen Fußballeralter von 27 Jahren.
Unterschlupf bei Schlotterbeck
"Das ist nochmal eine andere Intensität als in den vergangenen Jahren, aber da gewöhnt man sich schnell dran", beschreibt er seine ersten Trainingseindrücke. Ob er sich am Ende durchsetzen wird? Abwarten. Die Mentalität bringt Fellhauer mit, der sich als "aggressiven Zweikämpfer" beschreibt, "ich gehe gerne vorne weg, reiße andere mit".
Das tut zweifellos auch Wagner, der neue Cheftrainer. Fellhauer ist von der Ansprache des 37-Jährigen angetan. "Ein super Eindruck, wie er redet, wie er motiviert. Er hat es geschafft, das jeder Spieler extrem viel Bock auf die neue Saison hat. Wenn es so weitergeht, gehen alle für ihn durchs Feuer." Es wäre nicht die schlechteste Voraussetzung für sportlichen Erfolg. Doch schöne Worte fallen oft zu Saisonbeginn und mit Bezug auf neue Trainer. Gelebt werden muss es dann im Alltag.
Dieser hat für Fellhauer abseits des Platzes in Augsburg ebenfalls begonnen. Bis er eine Wohnung gefunden hat, beherbergt ihn Mitspieler Keven Schlotterbeck. Mit ihm und seinem Bruder Nico (BVB) verbindet Fellhauer seit der gemeinsamen Zeit im NLZ des SC Freiburg eine enge Freundschaft. Diese dürfte im internen Konkurrenzkampf nicht belastet werden. Schlotterbeck kämpft als Innenverteidiger um mehr Spielzeit als zuletzt, Fellhauer im zentralen Mittelfeld um seinen Platz.