Die AC Florenz tritt in einer sportlichen und emotionalen Ausnahmesituation zum Auswärtsspiel in der Conference League beim 1. FSV Mainz 05 an. Zwei Tage nach der Entlassung von Stefano Pioli wird am Donnerstag (18.45 Uhr, LIVE! bei kicker) nun Interimscoach Daniele Galloppa an der Seitenlinie der Fiorentina stehen. Mit nur vier Punkten aus zehn Spielen liegt der italienische Traditionsverein aktuell auf dem letzten Platz der Serie A - und steckt damit noch tiefer in der Krise als der Bundesliga-17. aus Mainz.
Galloppa redet sein Team stark und setzt auf Keeper Martinelli
Galloppa erfuhr nach eigener Aussage erst am Dienstag nach dem Training der zweiten Mannschaft, dass er das Profiteam übernehmen soll. "Der Verein hat mir gesagt: Bring deine Leidenschaft mit und gib dein Bestes", sagte der 39-Jährige bei der Pressekonferenz am Mittwochabend. Viel Zeit zur Vorbereitung bleibt ihm nicht, aber er findet eine Mannschaft vor, die laut seiner Aussage bereit sei, den Weg mitzugehen. "Die Spieler sind großartig. Ich habe versucht, sie zu beruhigen - jetzt hoffe ich auf ein gutes Spiel."
„Europa ist für uns gerade essenziell.“ (Daniele Galloppa)
Trotz der prekären Lage kündigte Galloppa keine großen taktischen Änderungen an, er legt den Fokus vielmehr auf einen mentalen Neustart. "In einem Tag kann man nicht alles verändern. Aber wir müssen eine neue Mentalität schaffen", betonte er. Die Fiorentina solle wieder als das auftreten, was sie sein könne: "eine großartige Mannschaft". Er wünsche sich ein Team, "in das man sich beim Zuschauen verlieben kann - mit und ohne Ball, mit Hunger und Mut".
Besonders wichtig ist ihm der Ballbesitz seiner Mannschaft. "Wenn wir den Ball haben, können wir aggressiv sein und unser Spiel durchsetzen." Im Tor wird der 19-Jährige Tommaso Martinelli stehen, stellte Galloppa klar. Zur der weiteren Aufstellung oder der taktischen Ausrichtung wollte er keine Details preisgeben.
Mandragora: "Sind in der Mitte eines Sturms"
"Wir sind in der Mitte eines Sturms. Es ist eine schwierige Zeit für uns. Wir brauchen Hunger und den Willen, Florenz wieder nach oben zu bringen", sagte unterdessen Mittelfeldspieler Rolando Mandragora. Nach einem ersten Rundgang durch die Mainzer Mewa Arena vor dem Spiel am Donnerstagabend steht für Galloppa fest: "Man kann hier die Atmosphäre atmen. Die Spieler sollen das Spiel morgen genießen. Jetzt ist es an uns, zu zeigen, wozu wir fähig sind."
Auf die Frage, ob das Auswärtsspiel in Genua am Sonntag (15 Uhr) die Aufstellung beeinflussen werde, reagierte Galloppa deutlich: "Das Spiel morgen ist sehr, sehr wichtig. Erst danach denken wir an Sonntag. Europa ist für uns gerade essenziell." Speziell einen Fehler dürfe man sich dabei nicht erlauben: "Was wir nicht falsch machen dürfen, ist die Einstellung. Sie muss stimmen - sonst haben wir unsere Lage nicht verstanden. Auch bei einem Rückstand müssen wir positiv bleiben."