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Frohms fühlte sich in Wolfsburg "im Dunkeln gelassen"

kicker

Als vor einigen Tagen der Wechsel von Merle Frohms zu Real Madrid bekanntgegeben wurde, kam das schon nicht mehr überraschend. Nun blickt die ehemalige Nationalmannschaftstorhüterin auf eine Leidenszeit in Wolfsburg zurück: Im Verlauf der vergangenen Saison verlor die 30-Jährige ihren Stammplatz an Anneke Borbe und war seit Februar nicht mehr im Spieltagskader berücksichtigt worden.

Sie habe nach jedem Training Fragen gehabt, erklärte jetzt Frohms im Interview mit der Süddeutschen Zeitung: "Was muss ich verändern? Was will der Trainer? Darauf habe ich keine Antworten bekommen, das war zermürbend. Und so im Dunkeln gelassen zu werden, enttäuscht auch."

Degradierung in Wolfsburg und beim DFB

Von 2018 bis 2024 war Frohms die Nummer 1 auch im Tor der deutschen Nationalmannschaft gewesen, war unmittelbar vor den Olympischen Spielen 2024 von Bundestrainer Horst Hrubesch aber zur Nummer 2 hinter Ann-Katrin Berger erklärt worden. Im September erklärte sie ihren Rücktritt aus dem Nationalteam und kritisierte später die Kommunikation des DFB.

In Wolfsburg stufte dann der damalige Chefcoach Tommy Stroot in der Bundesliga-Rückrunde Frohms zur Nummer 3 herab, nachdem die EM-Zweite von 2022 zuvor erklärt hatte, dass sie den Verein zum Saisonende verlassen werde. Einen Zusammenhang bestritt Stroot.

"Für mich kam das sehr überraschend. Ich war die unangefochtene Nummer 1, mir wurde ein sicheres Gefühl gegeben, alles war gut - damit bin ich natürlich in die Winterpause gegangen", sagte Frohms, die in insgesamt zehn Jahren mit Wolfsburg zweimal die Champions League, viermal die Meisterschaft und siebenmal den DFB-Pokal gewann. Ihr sei schon gesagt worden, "was Sache ist. Aber die Begründung und der Zeitpunkt haben es mir schwer gemacht, die Entscheidung nachvollziehen zu können."

Nun will Frohms mit ihrer Unterschrift unter einen Dreijahresvertrag in Madrid beim spanischen Vizemeister Real ein neues Kapitel beginnen. Beim DFB habe Hrubesch-Nachfolger Christian Wück versucht, sie umzustimmen, als er erfahren hatte, dass die Torfrau Schluss im Nationalteam machen will. Vergeblich: "Die Entscheidung ist wirklich über Monate in mir gereift", so Frohms: "Ich bereue das nicht, es fühlt sich immer noch richtig an."