Er wurde in den vergangenen Wochen stark vermisst. Ohne Edmond Tapsoba, der mit einem Muskelfaserriss vom Afrika-Cup nach Leverkusen zurückgekehrt war, hatte Bayer 04 im Januar nicht nur drei von vier Pflichtspielen verloren, sondern gerade bei der Spieleröffnung aus der Abwehr heraus gravierende Probleme gezeigt. Sowohl beim 1:4 gegen Stuttgart als auch beim 0:1 bei der TSG Hoffenheim sowie dem 0:2 bei Olympiakos Piräus in der Champions League hatte sich das Team von Trainer Kasper Hjulmand unter gegnerischem Pressing wiederholt durch Schwächen im Aufbau entscheidend in die Bredouille gebracht.
Es waren Momente, in denen die Qualitäten Tapsobas enorm hätten helfen können. Der Nationalspieler von Burkina Faso gilt als einer der besten Passspieler und Spieleröffner unter den Abwehrspielern in der Bundesliga und ist auch unter Druck in der Lage, linienbrechende Pässe zu spielen und so das gegnerische Pressing zu kontern.
In Frankfurt könnte Tapsoba ein Kandidat für die Startelf sein
Auf diese Qualität kann Hjulmand schon bald wieder setzen: Das Comeback des 26-Jährigen steht unmittelbar bevor. Am Dienstagvormittag mischte Tapsoba jedenfalls schon wieder fleißig im Abschlusstraining der Werkself vor dem wichtigen Champions-League-Spiel gegen den FC Villarreal mit, in dem Bayer wohl mindestens einen Punkt benötigt, um sich für die Play-offs zu qualifizieren.
Kasper Hjulmand zeigte sich zuversichtlich, was eine Nominierung für das Aufgebot gegen Villarreal betrifft. "Er hat das ganze Training mitgemacht und es sieht eigentlich ganz gut aus", erklärte der Trainer. Man werde noch abwarten, wie Tapsoba die Belastung verkraftet hat, "dann haben wir eine Entscheidung." Die Rückkehr käme dann "ein bisschen früher als erwartet§, so der Trainer, "und das ist gut für die Mannschaft." In der Tat würde der 1,92 Meter großen Abwehrspieler Bayer generell, aber in der aktuellen Situation gerade auch akut, sehr gut zu Gesicht stehen.
Schließlich ließ Leverkusens Trainer zuletzt zweimal Rechtsfüßer Loic Badé links in der Dreierkette auflaufen. Dabei offenbarte der französische Nationalspieler in Piräus auf der ungewohnten Position sowohl mit als auch gegen den Ball Schwächen (kicker-Note 5,5). Zudem fehlt dem im Zentrum als Abwehrchef viel besser aufgehobenen spielstarken 25-Jährigen als äußeres Glied der Dreierabwehr der Top-Speed. Ein Defizit, das in der zentralen Position deutlich weniger ins Gewicht fällt.
Badé stellt links nur eine Notlösung dar
Badé stellt links, wo Hjulmand Talent Jeanuel Belocian (20) nach dessen sehr schwachem Auftritt gegen Stuttgart (kicker-Note 6) nicht mehr das Vertrauen schenkte, definitiv nur eine Notlösung dar, auf die der Däne bald nicht mehr zurückgreifen wird. So könnte Tapsoba, dessen Rückkehr Hjulmand vor einer Woche für das DFB-Pokal-Viertelfinale gegen den FC St. Pauli am Dienstag nächster Woche erhofft hatte, schon am Mittwoch gegen Villarreal eventuell ins Aufgebot zurückkehren, um dann am Samstag in der Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt sogar eine Option für die Startelf darzustellen.